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Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter

VÖM fordert Preisanpassung wegen steigender Kosten

Markus Wache
VÖM-Präsident und Kärntermilch-Direktor Helmut Petschar ruft zu mehr Fairness entlang der Wertschöpfungskette auf. © Markus Wache
VÖM-Präsident und Kärntermilch-Direktor Helmut Petschar ruft zu mehr Fairness entlang der Wertschöpfungskette auf. © Markus Wache

VÖM-Präsident Helmut Petschar fordert vom Handel kostendeckende Preise für Molkereien. Nur so könne die nachhaltige Milchwirtschaft in Österreich gesichert werden.

Der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Dir. Helmut Petschar ruft einmal mehr zu Fairness auf: „Mehrkosten für höhere Auflagen bei der Produktion am Bauernhof und in den Molkereien, Lohnsteigerungen, steigende Energiepreise sowie höhere Verpackungskosten bringen für die Milchwirtschaft eine Reihe von Kostensteigerungen, die eine faire Preisanpassung bei den Molkereiprodukten erforderlich machen."

Österreichs Milchwirtschaft produziere höchste Standards und sei laufend bemüht diese auch, den Wünschen der Konsumenten und des Handels entsprechend, auszubauen. Petschar weist darauf hin, dass die österreichische Milchwirtschaft in diesem Jahr eine Reihe von Kostensteigerungen zu tragen hatte: Zunächst brachten höhere Standards in der Produktion auf den Bauernhöfen sowie in der Weiterverarbeitung Kostensteigerungen, die eine faire Abgeltung in Form einer Preisanpassung bei den verschiedenen Produkten erforderlich machen. Dazu kämen Kostensteigerungen bei Energie, insbesondere bei Strom und Gas, Verpackungsmaterial und Transport. Auch bei den derzeit laufenden Lohnverhandlungen sei mit einer Steigerung zu rechnen, glaubt er. "Ohne Abgeltung der erhöhten Kosten würde dies zu einer Gefährdung der österreichischen Qualitätsstrategie und der heimischen Milchwirtschaft führen", so Petschar in seinem Statement. 

Der Kärntnermilch-Direktor kritisiert zudem, dass österreichische Produkte bei Preisvergleichen immer wieder mit "EU-Durchschnittsware" verglichen werden. Im Hinblick darauf, dass Österreich "die nachhaltigste Form der Milchwirtschaft" hat, führe dies nur zu einem unfairen Druck auf die produzierenden Landwirte und die Verarbeitungsbetriebe, "deren Situation ohnehin sehr angespannt ist", schildert Petschar. Die Sicherung der nachhaltigen Milchwirtschaft erfordere, dass die höheren Leistungen, die Bauern und Milchverarbeiter erbringen, auch abgegolten werden. "Dies funktioniert nur, wenn der Handel den Molkereien kostendeckende Preise zahlt", so der VÖM-Präsident. 

Milchwirtschaft begrüßt Selbstverpflichtungserklärung der Handelsketten
Positive Signale sieht er in der Anfang dieser Woche unterzeichneten Selbstverpflichtungserklärung durch die heimischen Händler: „Die österreichische Milchwirtschaft begrüßt das in der Selbstverpflichtungserklärung der Vertreter der Handelsketten mit Frau Bundesminister Köstinger vorgelegte Vorhaben auf Grundlage der Leitlinien der Bundeswettbewerbsbehörde unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittelkette zu vermeiden. Dies ist aufgrund der sehr hohen Konzentrationen des Lebensmittelhandels in Österreich, des steigenden Eigenmarkenanteils des Handels und laufender Verschiebung der Wertschöpfung notwendig. Diese Prinzipien müssen aber mit Leben erfüllt werden", sagt Petschar.

In seinem Interview mit CASH schilderte Petschar bereits im Oktober, mit welches Herausforderungen die österreichische Milchindustrie zu kämpfen hat. Näheres dazu lesen Sie hier.
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