Nielsen Business Breakfast: Volle Kraft vorau...
 
Nielsen Business Breakfast

Volle Kraft voraus

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Antizyklisch handeln und nicht überreagieren, lautete das Credo beim Nielsen Business Breakfast im Wiener Mumok, das ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise 2009 stand.

Verstehen, Erkennen und Handeln sind laut Nikolaus Mayr, Nielsen Retailer Services Manager, die drei wichtigsten Eckpfeiler im Zusammenhang mit der derzeit vorherrschenden Wirtschaftskrise. Denn nur wer versteht, welche Auswirkungen die turbulenten Zeiten auf Märkte und Konsumenten haben, kann die darin enthaltenen Chancen erkennen und seine Unternehmensstrategie rechtzeitig verändern.

Krise trifft alle



Zu bedenken ist jedoch, so Mayr, dass dies nicht die erste Krise ist, die den Markt treffe, sie sich allerdings von den vorhergegangenen abhebe, da sie sich nicht auf einen bestimmten geografischen Raum und eine Branche beschränke. Egal ob Banken, Automobilbranche oder Immobilienmarkt – beinahe alle Geschäftsfelder seien betroffen.

Noch relativ krisenresistent zeigt sich laut Nielsen der LEH. Hier befinden sich allerdings Eigenmarken im Höhenflug, denn 66 Prozent der 500 befragten Konsumenten gaben in einer Erhebung an, bei Budgetknappheit preiswertere Lebensmittel zu kaufen. Ein kontinuierliches Wachstum des Eigenmarken-Anteils – derzeit liegt dieser im LEH exkl. Hofer/Lidl bei 14 Prozent – zeichnet sich also ab, eine Wachstumsexplosion ist laut einer weiteren Nielsen-Erhebung allerdings nicht erkennbar.

Pessimismus versus Optimismus



Dass die Krise durchwegs weltweit spürbar ist, zeigt Mayr etwa anhand des Nielsen Consumer Confidence Index in 52 Ländern. Dieser erhebt, wie die Menschen deren Berufsaussichten, finanzielle Lage und die Zeit für Neuanschaffungen einschätzen. Der Index bewegt sich in einem Bereich zwischen 0 und 200, wobei Werte unter 100 als pessimistisch und Werte über 100 als optimistisch zu werten sind. Während in Westeuropa die Pessismisten klar überwiegen – hier sank der Index vom ersten zum zweiten Halbjahr 2008 von 83 auf 77 – liefert die Zahl in Österreich ein zuversichtlicheres Bild. Hier sank der Wert zwar auch (von 87 auf 85), beläuft sich jedoch im Februar 2009 bereits wieder auf 92. Interessant ist weiters, dass sich die Österreicher zwar der enorm verschlechterten Berufsaussichten bewusst sind, nicht aber an den massiven finanziellen Einbruch glauben. Auch die Zeit für Neuanschaffungen innerhalb der nächsten zwölf Monate wird als positiv empfunden – Verschrottungsprämie und gedämpfter Inflation sei Dank.

Handlungsempfehlungen



Anhand dieser Marktforschungsergebnisse kristallisieren sich laut Mayr Denkanstöße heraus, um nach Abflachen der Krise als Sieger hervorzugehen. Wichtig in jedem Fall sei, dem Vertrauensverlust mittels umfassender Information entgegenzuwirken, die aktuellen Markttrends wie etwa Downaging, Urbanisierung und Individualisierung zu berücksichtigen und über den eigenen Produktmix nachzudenken. Ganz wesentlich sei es aber, klug, fundiert und antizyklisch zu handeln, da Positivmeldungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders gut angenommen werden.
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