Stepstone: Vom Essen in der Arbeit
 
Stepstone

Vom Essen in der Arbeit

Rainer Sturm/pixelio.de
Unternehmenskantine kurz vor der Mittagspause
Unternehmenskantine kurz vor der Mittagspause

Das Recruiting-Unternehmen Stepstone hat eine Umfrage erstellt, die sich mit der Praxis der Mittagspause in den österreichischen Betrieben beschäftigt.

Um das wichtigste Ergebnis vorwegzunehmen: Nichts fällt österreichischen Arbeitnehmern schwerer, als sich bei der Arbeit zwanzig oder dreißig Minuten Auszeit zu nehmen. Tausend Arbeitnehmer hat man befragt, und 57 Prozent nutzen nicht einmal die Zeit ihrer vollen Mittagspause. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) arbeitet mehrmals pro Woche oder immer durch.

Zu Mittag essen macht gute Stimmung
„Auch es ihr gutes Recht wäre, opfern viele Arbeitnehmer ihre Pausenzeit der Arbeit“, bestätigt Rudi Bauer, Geschäftsführer von StepStone Österreich. „Das hat gravierende gesundheitliche Folgen – und wirkt sich insgesamt auch negativ auf die Stimmung im Unternehmen aus.“ Es gibt übrigens etliche Arbeitgeber, die bis zu einer Stunde Mittagpause erlauben ... Das mit dem Schwänzen der Mittagspause ist übrigens ein europaweites Phänomen, sagt die Umfrage.

Der Grund, warum die Pause nur teilweise genutzt oder gar übersprungen wird, ist in allen Ländern derselbe: Zu viel Arbeit und eine Arbeitsauffassung, die sich unreflektiert am neoliberalen Effizienzdenken orientiert. So geben 65 bis 75 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland, Belgien und Großbritannien an, aus Stress nicht zum Essen zu kommen. Die Ausnahme sind die Franzosen: Knapp mehr als die Hälfte (51 Prozent) geht ausgiebig auf Pause und nutzt die volle Zeit, die ihnen zusteht. Das hat schon was, das Savoir-vivre ...

„Sad Desk Lunch“
Abschließend noch ein Terminus technikus in diesem Zusammenhang: Mehr als 40 Prozent essen am Arbeitsplatz, nur jeder Dritte sucht für die Mittagspause eine Büroküche auf. „Sad Desk Lunch“ nennen das die Amerikaner – ein Trend, der weder gesund noch sozial ist, sagt Rudi Bauer: „Essen sollte bewusst zu sich genommen werden. Wer Multitasking beim Essen betreibt, isst so lange weiter, bis der Teller oder die Packung leer ist, und verdaut schlechter. Wer sich hingegen Zeit nimmt, kann sein Mittagessen genießen und ist anschließend länger satt.“
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