Schuh & Schuh PKTS GmbH: Vom Sanierungsplan z...
 
Schuh & Schuh PKTS GmbH

Vom Sanierungsplan zum Konkursverfahren

Aus dem Sanierungsverfahren der Schuh & Schuh PKTS GmbH (Vögele Shoes) wird nun ein Konkursverfahren, da die Schuldner keinen Investor finden konnten. Betroffen sind 241 Dienstnehmer und 330 Gläubiger. Für 26 Filialen und ihre Mitarbeiter bestünde laut dem Masseverwalter große Chance zur Fortführung.

Am 31. Jänner 2017 eröffnete die Schuh & Schuh PKTS GmbH (vormals Vögele Shoes) ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Feldkirch. Die Passiva beliefen sich auf 10,2 Millionen Euro, die Akiva auf rund 1,9 Millionen Euro. Davon betroffen: 241 Dienstnehmer in 49 Filialen sowie 330 Gläubiger. Den Gläubigern wurde eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten. Das Unternehmen sollte zwar fortgeführt werden, unrentable Filialen müssten allerdings geschlossen werden, hieß es damals. Nun hat die Schuldnerin am 4. Mai den beantragten Sanierungsplan zurückgezogen, da der für die Sanierung erforderliche Finanzbedarf bzw. ein Investor fehlt.

„Der Sanierungsplan sah vor, dass durch die Schließung von 15 Filialen der mittelfristige Fortbetrieb von 30 Filialen gesichert sein soll. Die Unternehmensfortführung verlief seit der Insolvenzeröffnung durchaus positiv – in den letzten drei Monaten erwirtschafteten wir ein Umsatzplus von 12,7 % “, sagt Christian Hahn, Geschäftsführer der Schuh & Schuh PKTS GmbH. „Den für die Sanierung erforderlichen mittelfristigen Finanzbedarf konnten die Gesellschafter nicht, wie im Sanierungsplan vorgesehen, aufbringen und es fand sich auch kein Investor“, so Hahn. Aus diesem Grund sollten die 30 Filialen nur noch bis 31.7. geöffnet bleiben. „Dank des Einsatzes und Weitblicks von Dr. Tobias Gisinger (Masseverwalter, Anm. d. Redaktion) können die Gläubiger aber wahrscheinlich dennoch mit einer weitaus höheren Quote rechnen, als mit den im Sanierungsplan veranschlagten 20 Prozent. Und auch die Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer haben eine realistische Chance weiterhin ihrer Arbeit nachgehen zu können“, meint der Geschäftsführer.

26 Filialen könnten übernommen werden
Aufgrund des Zurückziehens des Sanierungsplanes wird aus dem Sanierungsverfahren ein Konkursverfahren. „Mein großes Ziel war und ist es, im Falle des Scheiterns der Sanierung eine Vielzahl der bestehenden 30 Filialen an Interessenten zu verkaufen. Nur auf diese Weise können die 329 Gläubiger bedient werden und gleichzeitig haben heute rund 100 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer eine realistische Möglichkeit, dass sie neue Einzelhändler übernehmen. Mit unserem erarbeiteten Alternativplan bin ich sehr optimistisch“, sagt der Masseverwalter Tobias Gisinger. Für 26 der 30 Filialen bestünde „eine große Chance zur Fortführung“, da sowohl „namhafte Schuheinzelhändler“ als auch „branchenfremde Unternehmen“ Unternehmenskaufverträge abgeschlossen hätten, so Gisinger. „Voraussetzung ist hier noch eine endgültige Einigung der neuen Eigentümer mit den derzeitigen Vermietern in Einkaufs- und Fachmarktcentern. Erste erfolgreiche Gespräche gab es bereits. Bis 31.7. findet nun in den Vögele Shoes-Filialen ein Abverkauf mit minus 30 Prozent statt, anschließend haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 26 verkauften Filialen die Chance, am selben Standort für den Käufer arbeiten zu können. Bezüglich der vier verbleibenden Filialen befinden wir uns derzeit noch in Gesprächen mit möglichen Käufern.  

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