dayli: Vorerst werden 103 Filialen geschlosse...
 
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Vorerst werden 103 Filialen geschlossen

Peter Svec
Rudolf Haberleitner © Peter Svec
Rudolf Haberleitner © Peter Svec

Unlängst gab dayli-Geschäftsführer Rudolf Haberleitner bekannt, dass 180 von 885 dayli-Filialen geschlossen werden müssten und somit 560 Mitarbeiter ihren Job verlieren würden (CASH berichtete mehrmals, siehe auch Ausgabe 06/2013). Am Abend des 20. Juni gab nun der Angestellten-Betriebsrat bekannt, dass 103 Filialen geschlossen werden.

40 Prozent der 560 vorsorglich beim Arbeitsmarktservice (AMS) angemeldeten Beschäftigten der Schlecker-Nachfolgegesellschaft sollen ihren Arbeitsplatz behalten, heißt es weiters laut APA-Bericht. Rein rechnerisch wären somit 336 Mitarbeiter vom Jobverlust betroffen, für sie soll es laut Betriebsrat einen Sozialplan geben.

Bei anstehenden Eröffnungen sollen die nun von der Kündigung betroffenen Mitarbeiter bevorzugt wieder eingestellt werden. Welche Filialen geschossen werden, ist noch nicht bekannt. Jeder von der Schließung seines Shops betroffene Mitarbeiter wird laut Betriebsrat in den nächsten Tagen über die Leistungen des Sozialplans informiert.

Die Gewerkschaft GPA-djp hingegen rät den von der Kündigung betroffenen Beschäftigten der Drogeriekette davon ab, den ausverhandelten Sozialplan ohne Weiteres anzunehmen. „Wir sind entsetzt über den Inhalt des Sozialplans. Das ist bestenfalls ein Plan, damit die Beschäftigten schnellstmöglich zum erstmöglichen Termin das Unternehmen verlassen müssen“, sagte GPA-Vizechef Karl Proyer am Donnerstag zur APA. Die Gewerkschaft empfiehlt den Betroffenen, sich „dringend“ zu informieren, ob eine normale Kündigung nicht besser sei als die Annahme des Sozialplans.

Über die Fortschritte bei der Investorensuche ist darüber hinaus nichts bekannt. Das dayli-Management ist laut APA "auf Tauchstation". Als Interessent gilt ein britisch-polnischer Fonds aus der Handelsbranche. Die Zeit wird jedenfalls knapp, dayli versucht derzeit mit "minus 40 Prozent auf fast alles" Kunden zu locken. Dem Vernehmen nach werden keine Waren nachbestellt, sondern bloß Lagerbestände verkauft.
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