Freeport Outlet Center: Ware schnell zu Geld ...
 
Freeport Outlet Center

Ware schnell zu Geld machen

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Iestyn Roberts ® Stefan Pirker
Iestyn Roberts ® Stefan Pirker

Iestyn Roberts, Chief Executive von Freeport, erklärt im CASH-Interview, warum Outlet Center derzeit boomen und wie er es anstellen will, dass Kunden jeden fünften Einkauf in seinem Shopping-Mekka tätigen.

CASH: Herr Roberts, die Freeport Outlet Center werben damit, Markenbekleidung um 30 bis 70 Prozent günstiger als die regulären Geschäfte zu verkaufen. Profitieren Sie deshalb von der aktuellen Wirtschaftslage, in der die Menschen noch mehr aufs Geld schauen als sonst?



Iestyn Roberts: Ja, wir profitieren von der aktuellen Wirtschaftslage, aber nicht nur aufgrund der Kunden, die günstige Markenbekleidung suchen. Zurzeit ist auch sehr viel Ware da, die die Hersteller möglichst schnell zu Geld machen wollen. Wir bekommen daher laufend Anfragen von Herstellern, ob wir nicht zusätzliche Verkaufsflächen in den Outlet Centern zur Verfügung stellen können. Unser flexibles, auf geringen Kosten basierendes Verkaufssystem ist aktuell wirklich sehr gefragt, um den schwächeren Vollpreisverkauf etwas zu kompensieren.

Warum konkret ist Freeport so attraktiv für Hersteller, die ihre jetzt schwer absetzbare Ware schnell zu Geld machen wollen?



Wir offerieren kürzere Mietverträge als in normalen Einkaufszentren, wir bieten umsatzabhängige Mieten und die Kosten für die Shopgestaltung sind bei uns ebenfalls geringer.

Auf der anderen Seite müssen die Menschen zu Ihrem Outlet Center in Kleinhaugsdorf an der tschechisch-österreichischen Grenze von Wien aus rund eine Stunde mit dem Auto fahren. Sind die Kunden in wirtschaftlich schwächeren Zeiten bereit, so weit zu fahren, um T-Shirts und Sportschuhe zu kaufen, die es auch bei ihnen gleich um die Ecke gibt?



Eine Stunde Autofahrt ist für unsere Kunden kein Problem. Wir erwarten ja auch nicht, dass die Leute alles bei uns kaufen. Das Ziel lautet vielmehr: Einen von fünf Einkäufen sollen unsere Kunden bei uns tätigen. Dafür bieten wir ihnen eine ideale Auswahl für den Großeinkauf. Zudem bekommt man ein Einkaufserlebnis, bei dem man der normalen Einkaufsroutine einmal entfliehen kann.

Es gab ja Meldungen, dass Freeport dieses Einkaufserlebnis durch ein neues Outlet Center in Graz noch mehr Österreichern ermöglichen will. Wie schauen die Pläne für dieses Projekt aus?



Ich bitte um Verständnis, aber zu dieser Frage gibt es von mir keinen Kommentar.

Apropos Expansion und wirtschaftliche Schwächephasen – man hört öfters, dass es für starke Unternehmen nun leichter sei zu expandieren, weil die Konkurrenz und die Grundstückspreise wieder geringer sind. Würden Sie dem zustimmen und wie schaut es um die Expansionsbestrebungen von Freeport aus?



Es stimmt, etliche undurchdachte Projekte werden jetzt nicht realisiert, weil sich der Markt abgekühlt hat. Freeport wird an seiner Expansionsstrategie jedenfalls festhalten und im Jahr 2011 in Roppenheim und in Le Cannet, beide im französische-deutschen Grenzgebiet gelegen, zwei neue Outlet Center eröffnen. Ungesättigte Märkte für neue Outlet Center orten wir weiters in Osteuropa. Selbstverständlich unterziehen wir aber auch unsere bestehenden Outlet Center in Göteborg in Schweden, in Alcochete in der Nähe von Lissabon und in Kleinhaugsdorf an der tschechisch-österreichischen Grenze ständig Renovierungsarbeiten, um unseren Kunden und Mietern stets attraktive Verkaufsflächen zu bieten.

Herr Roberts, vielen Dank für das Gespräch.



Das Freeport Outlet Center in Kleinhaugsdorf
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Das Freeport Outlet Center in Kleinhaugsdorf
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