Institut für Jugendkulturforschung: Was ist d...
 
Institut für Jugendkulturforschung

Was ist der Jugend wichtig?

Sebastian Bernhard/pixelio.de
Die „Österreichische Jugendwertestudie 2019“ des Instituts für Jugendkulturforschung ist erschienen
Die „Österreichische Jugendwertestudie 2019“ des Instituts für Jugendkulturforschung ist erschienen

Angesichts der beständigen Fridays-for-Future-Bewegung und anderer (politischer) Initiativen, die vor allem von jungen Menschen getragen werden, stellte das Institut für Jugendkulturforschung einige Fragen.

Antworten auf die Fragen wurden erhoben im Rahmen der „Österreichischen Jugendwertestudie 2019“, die im Lande zwischen 5. und 18. September durchgeführt wurde. Die Ergebnisse sind interessant. Zu erlebt etwa „Familie“ als Wert eine ziemliche Renaissance: Familie ist der wichtigste Lebensbereich der Jungen, 76 Prozent sagen das. Freunde und Bekannte rangieren hier mit 71 Prozent bereits auf Rang zwei. Religion und Politik (zu Politik siehe weiter unten) sind weit abgeschlagen (13 bzw. 13,5 Prozent). Hier muss man hinzufügen, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund deutlich stärker religionsaffin sind (26 Prozent „sehr wichtig“, 20 Prozent „wichtig“) als Jugendliche ohne Migrationshintergrund (neun Prozent „sehr wichtig“).

Die oben erwähnten Ansichten über Politik verhalten sich verkehrt proportional zu dem, was die Jungen über die Familie (inkl. Freunde) denken, hier ein Originalzitat aus der Aussendung des Instituts für Jugendkulturforschung: „Alarmierend ist die Zustimmung der Aussagen der jungen Österreicher zur Politik. Der Aussage ‚Die meisten Politiker haben keine Ahnung, wie es den meisten Menschen geht‘ können über 80 Prozent zustimmen. Weitere 67 Prozent glauben, dass der Wohlstand zurückgehen wird und es ihnen einmal schlechter gehen wird als ihren Eltern.“ Warum das verkehrt proportional ist (tendenziell, nicht numerisch)? – Weil so etwas wie eine Geborgenheit, in der man sich als Mensch und politisches Wesen entfalten kann, zu erlangen eher dem Familienverbund als der Gesellschaft – dem Hauptort politischen Handelns – zugetraut wird. Hier spielen die Medien eine wichtige Rolle, denn sie liegen wohl wegen ihrer Politiknähe nur knapp vor der Politik – diese ist das absolute Schlusslicht im Ranking. Da wundert es einen nicht, dass bei den kürzlich abgehaltenen Nationalratswahlen fast 70 Prozent mit keiner (mit keiner!) Partei übereingestimmt haben und lediglich das aus ihrer Sicht „geringste Übel“ gewählt haben, so die Zusammenfassung der Studie.

Zum Studiendesign: Online-Umfrage unter 16- bis 29-jährigen Österreichern (m/w), n=1.000, Institut für Jugendkulturforschung, Eigenstudie, erhältlich im freien Verkauf über das Institut (jugendkultur.at), Studienleitung Bernhard Heinzlmaier, Raphaela Kohout).
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