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WHO: Stärkerer Jugendschutz bei digitaler Lebensmittel-Werbung gefordert

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Laut einem Bericht der Weltgesundheitsbehörde werden Produkte mit hohem Fett-, Zucker- und Salzanteil stark im Netz beworben. Experten fordern daher strengere Regeln und mehr Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Ein neuer Bericht der Weltgesundheitsbehörde (WHO) fordert mehr Schutz von Kindern durch digitale Marketingmaßnahmen, die Nahrung mit hohem Fett-, Zucker- und Salzanteil fördern und bei der jüngeren Zielgruppe zu Übergewicht führen können. Die Untersuchung bezieht sich auf den europäischen Raum. Demnach sind Kinder „einer unendlichen Anzahl an versteckten digitalen Marketing-Techniken ausgesetzt, die Essen mit viel Fett, Zucker und Salz anpreisen“, so Dr. Zsuzsanna Jakab, Regional Director Europe für die WHO.

Dem Bericht zufolge werden online ungesunde Produkte stärker beworben, sind mehr sichtbar und billiger sowie leichter zu erhalten als gesunde Optionen. Food Marketing hat einen starken Einfluss auf die Kinder in Bezug auf ihre Präferenzen und ihr Verhalten, so die Studie, und formt deren Ernährungsverhalten und somit auch das Risiko, Übergewicht zu bekommen.

Digitales Marketing als Schlupfloch
Digitales Marketing bietet hier ein Schlupfloch für Marketer, da keine oder nicht wirklich effektive Vorschriften existieren und minimale Kontrolle stattfindet. Da Online Marketing darüber hinaus eine personalisierte Ansprache ermöglicht, wird es laut der Weltgesundheitsbehörde als machtvoller erachtet. Zum Beispiel: Durch geobasierte Daten über Mobilgeräte können Marketer Kinder dazu ermutigen, in nahe gelegene Geschäfte zu gehen. Auch Kooperationen mit Spieleherstellern machen Restaurantketten oftmals zu Spielorten.

Meistens sind sich die Eltern diesen Entwicklungen nicht bewusst, demnach braucht es entsprechende Vorschriften politischer Entscheidungsträger. Der Bericht der WHO empfiehlt regulatorische Maßnahmen bei digitaler Werbung, die Kinder vor oben genannten Produkten schützen. Einerseits ist es für die WHO wichtig, die positiven Aspekte der Online-Nutzung hervorzuheben. Andererseits sollen Kinder vor entsprechender Werbung stärker geschützt werden und strengere Regeln geschaffen werden.

Den Bericht kann online auf Englisch und Russisch eingesehen werden.
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