Wiener Tafel: Bedarf an Unterstützung gestieg...
 
Wiener Tafel

Bedarf an Unterstützung gestiegen

Wiener Tafel/Thomas Topf
Lebensmittel sortieren gehört zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Wiener Tafel.
Lebensmittel sortieren gehört zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Wiener Tafel.

Die Wiener Tafel zieht Bilanz über das vergangene Jahr. Das Fazit: Immer mehr Menschen sind von den Folgen der Pandemie und den gestiegenen Lebenshaltungskosten betroffen. Für die Organisation noch ein Grund, um mehr Lebensmittel zu retten.

In einer Studie rund um Armutsbetroffene um die Corona-Krise 2020, die im Sommer des genannten Jahres erstmals durchgeführt wurde, ging hervor, dass ein Anstieg der Lebensmittelpreise deutlich zu spüren war. Im darauf folgenden Jahr gaben bereits zahlreiche Menschen an, zunehmend von Sozialmärkten abhängig zu sein und dass sie den Konsum von Lebensmitteln einschränken mussten. In Österreich sind laut Statistik Austria (2020) 1,5 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet und deshalb auf Unterstützung angewiesen.

Die Wiener Tafeln belieferten 2021 insgesamt 92 Sozialeinrichtungen in Wien und versorgte damit täglich rund 20.000 armutsbetroffene Menschen. Laut Angaben der Organisation ist die Anzahl der von der Wiener Tafel versorgten Menschen um 25 Prozent gestiegen, die Warenspenden beliefen sich auf 746.100 Kilogramm, ein Plus von 31,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Möglich wurde das durch die im Juli 2021 eröffnete Lebensmittelzentrale am Großmarkt Wien (mehr dazu in der Oktober/November Ausgabe von CASH) Gleichzeitig hat sich die Wiener Tafel auch für eine Vereinfachung der Lebensmittelweitergabe für NGOs eingesetzt. Die jährliche Winterspendenaktion "Suppe mit Sinn" – die es bereits seit 15 Jahren gibt – lief trotz Corona und Lockdowns in über 200 Gastronomiebetrieben und mit prominenten Unterstützern wie Paul Ivić und Barbara Stöckl. Weiters konnte die Wiener Tafel nach dem, in den Vorjahren sehr erfolgreichen Projekt "Marmelade mit Sinn" gemeinsam mit der Erste Bank im vergangenen Jahr 24 Tonnen Tomaten für das erste pikante Weltspartagsgeschenk "Sugo mit Sinn" vor der Vernichtung retten.

Daraus wurden insgesamt 45.000 Gläser produziert. Von der "Marmelade mit Sinn", die die Wiener Tafel aus großen Obstmengen, die sich nicht zur Verteilung eignen, produziert, wurden 2021 1.000 Gläser verteilt. Die Erlöse aus Spendenaktion und Sammlungen flossen direkt in die tägliche Arbeit und Projekte der Wiener Tafel, um auch 2022 wieder über 20.000 armutsbetroffene Menschen mit dem Nötigsten – der täglichen Nahrung – unterstützen zu können.
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