„Land schafft Leben“: Wikipedia der Lebensmit...
 
„Land schafft Leben“

Wikipedia der Lebensmittel

www.landschafftleben.at
Hannes Royer, Bergbauer aus der Steiermark und Gründer des Vereins „Land schafft Leben“ © www.landschafftleben.at
Hannes Royer, Bergbauer aus der Steiermark und Gründer des Vereins „Land schafft Leben“ © www.landschafftleben.at

Der Verein „Land schafft Leben“ will an Konsumenten appellieren, die Kaufentscheidung im Handel bewusst zu treffen. Ein enormer Aufwand soll Transparenz schaffen.

Vor eineinhalb Jahren hat Hannes Royer den Verein „Land schafft Leben“ gegründet. Der Bauer aus Schladming in der Steiermark hat mittlerweile viel erreicht. Alle Generaldirektoren der großen Handelsunternehmen empfingen ihn und seine Ideen wohlwollend, die Produzenten, Verarbeiter und Veredler ebenso. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass alles, was Royer will, Transparenz ist. Er und sein motiviertes Team trugen unglaublich viel Informationsmaterial zusammen – zu Themen wie Sorten, Anbauformen, Tierwohl, Züchtung, biologische und konventionelle Landwirtschaft. Ziel ist es, für jedes Lebensmittel eine umfassende Informationskette auf der Plattform landschafftleben.at darzustellen. „Der Konsument soll wissen, dass er mit der Entscheidung für ein Produkt die Qualität und die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion über die Art der Verarbeitung bis hin zur Präsentation im Handel mitbestimmen kann“, erklärt Royer, „das wirkt sich auf Anbau- und Arbeitsbedingungen, Transportwege und Tierwohl aus. Der Konsument hat es in der Hand.“

Dabei wird jedes einzelne in Österreich erzeugte Lebensmittel auf die verschiedensten Kriterien hin untersucht. Die Informationsplattform www.landschafftleben.at steht im Mittelpunkt und beleuchtet sämtliche Aspekte und Perspektiven zu den einzelnen Lebensmitteln. Bei der Milch werden Gentechnikfreiheit und Silagefütterung ebenso erklärt wie die verschiedenen Melkmethoden und Verpackungsdetails. Eine Nachschlageplattform für alle Interessierten, sozusagen.  

„Wir wollen, dass die Wertschätzung für die Lebensmittel wieder steigen, und da gehört nun auch dazu, dass man weiß, wie ein Stück Rindfleisch entsteht, am besten in sechs Episoden“, ist Royer überzeugt. Denn oft fehle das Wissen über die tatsächlichen Hintergründe, um eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen. „Wir lassen nichts aus und sprechen auch umstrittene Themen an.“

Hier setzt der Verein an, der sich übrigens über freiwillige Förderer finanziert, die je nach Umsatz einen Jahresbeitrag zwischen 5.000 und 100.000 Euro zahlen. Hier sind auch schon Großverarbeiter und Handelsketten mit dabei. Doch die Unabhängigkeit sei nicht in Gefahr, es wird nicht nach Interessen der Einzelnen gearbeitet, was zählt, ist die Wissensarbeit hinter jedem Produkt. Aktuell findet man tiefgreifende Informationen zu Apfel, Huhn und Rind, von der Aufzucht über die Tierhaltungen bzw. Apfelsorten, Pflanzenschutz, alle Themen, die auch nur am Rande damit zu tun haben.

Der Verein ist am Beginn seiner Tätigkeit, in engem Kontakt mit Organisationen wie der AMA, dem Landwirtschaftsministerium, der Landwirtschaftskammer, dem Bauernbund und vielen mehr, und bietet eine Art „Wikipedia der Lebensmittel“, wie es Royer auch nennt. Royer schätzt die Aufgaben der AMA, er will auch keineswegs die Aufgaben anderer machen, er plane auch kein Gütesiegel, rein die Informationsmöglichkeit zu allen Lebensmitteln soll im Fokus stehen.



Wie kommt die Milch ins Packerl? Eine Aufklärungsplattform für Lebensmittel erklärt es. © www.landschafftleben.at
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Wie kommt die Milch ins Packerl? Eine Aufklärungsplattform für Lebensmittel erklärt es. © www.landschafftleben.at
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