Willys Wochenrückblick: Vom Durchimpfing, Waf...
 
Willys Wochenrückblick

Vom Durchimpfing, Waffenwahn und Konjunkturrock

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Eine feuchtfröhliche Einladung an Sie persönlich: Begrüßen wir das neue Jahr mit „Whiskey in the Jar“! Jedoch nicht mit der Originalversion von Luke Kelly oder der bekanntesten von den Dubliners, sondern mit jener überaus unterhaltsamen der köstlichen „Bedlam Bards“. Have fun!

Weil man jetzt endlich auch in Regierungskreisen draufgekommen ist, dass Massentesting keinen Sinn macht, weil eben nur Momentaufnahme, setzt man auf Durchimpfing der Bevölkerung, scheitert aber wieder einmal an den eigenen Strategieunfähigkeiten. Sehr wahrscheinlich ist dabei dennoch, dass wir uns hinkünftig mittels Impfing Eintritt zu fast überallhin verschaffen werden können. Und es wird für uns alle selbstverständlich sein, ähnlich wie Autofahren nur mit Führerschein gilt und Bankomatzahlungen nur mit Karte. Bleibt nur die Frage der Kontrolle. Hier würde sich eine neue Berufsgruppe anbieten, die Impfing Controller mit Aufstiegschancen zum Chief Impfing Controller CIC mit der Lizenz zum Handipatsch. AMS und Wifi warten schon.

Impfing spielt auch in Trumps letzten Amtstagen eine für ihn bedeutende Rolle. So quasi nach dem Motto „Du begnadigst sicha kan anzign vo meine Verurteilten“ möchte er seinem Nachfolger und deklariertem Todesstrafengegner Joe Biden noch einmal eins auswischen. So hat er nicht nur die Todesarten für Hinrichtungen erweitert, sondern in so einer Art Last Minute-Blutrausch auch die Anzahl der durch die Giftspritze Exekutierten.

Was dem Waffennarrenland USA würdig ist, scheint den Österreichern ebenfalls recht zu sein. Denn noch nie haben sich so viele Menschen bei uns mit Waffen eingedeckt wie momentan in Coronazeiten, kugeln doch immerhin 1,15 Millionen davon in unseren Haushalten herum, mehr oder weniger gut versteckt. Auffallend dabei: Es gibt plötzlich Unmengen an Hobbyjägern, die ihre Passion wahrscheinlich lockdownbedingt nur indoor und dort nur auf ihre eigene Haustiere ausüben können. Als Übung für den Ernstfall. Oder so. Oder es ist einfach auch deshalb, weil ja die Waffengeschäfte auch im Lockdown geöffnet haben durften. Ich persönlich hätte gerne dasselbe von Bookshops vermeldet bekommen: Noch nie haben die Österreicher so viele Bücher gekauft wie zu Coronazeiten. Ich weiß, aber man wird doch noch träumen dürfen ...

Ausgeträumt hat hingegen Billigtransporteur Uber, der seit Jahresbeginn preismäßig mit den Taxlern gleichgesetzt wurde. Und sie müssen einen Taxameter installiert haben sowie der, der links vorne sitzt, einen Taxischein. Interessanter Vergleich: Hätte man seinerzeit dem Diskonter Hofer verboten billiger zu sein als die Supermärkte, hätten sich diese preismäßig nicht anpassen müssen und die Handelslandschaft sähe heute ganz anders aus.

Warum man den 14-jährigen Kavalier, der seine 13-jährige Freundin des nächtens mit dem Auto sicher nach Hause bringen wollte und dabei mit dem großväterlichen SUV unverschuldet einen Unfall baute, dermaßen an den Pranger stellt, ist mir unverständlich. Andere hätten die junge Dame zu Fuß heimgeschickt. Oder den Opa geweckt und als Chauffeur verpflichtet. Kavaliere sind so selten geworden, das Mädel kann zurecht stolz auf ihren Helden sein.

Apropos Mädel. Es ist ja allgemein bekannt, dass die Konjunktur sofort in die Höhe schnellt, sobald die Röcke der Mädels - egal welchen Alters - kürzer werden. Somit können wir uns zurecht auf das kommende Frühjahr freuen und hoffen, dass das Durchimpfing bis dahin gut funktioniert hat. In etwa so wie der Export Englands in die EU trotz offiziellem Brexit. Denn die neue Version vom alten Coronavirus ist schon da. We are not amused.

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