Willys Wochenrückblick: Von Abstinenten, Schn...
 
Willys Wochenrückblick

Von Abstinenten, Schnüfflern und Gottgleichen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Als Greg Lake, Sänger, Gitarrist und Bassist der britischen Progressive Rock Band Emerson, Lake and Palmer im Jahre 1970 „Lucky Man“ schrieb, warfen wir unzählige Schillinge in die Wurlitzer dieser Welt, nur um diesen bemerkenswerten Song zu hören. Enjoy!

Do scheu her! In britischen Supermärkten hat man also dem Käse eine Diebstahlssicherung angezogen. Anzunehmen, dass das auch bald zu uns kommt. Zumindest bei den Jägermeisterflascherln. Weil jüngsten Statistiken zufolge ist alles teurer geworden, nur Alkoholika nicht, die wurden sogar billiger. So eine Diebstahlsicherung wär dann schon immens wichtig um auch Alkoholika wieder begehrenswerter zu machen. Gilt doch Österreich als eines der abstinentesten Länder überhaupt.

Denn die neue Droge der sparwütigen Jugend wird aus Kondomen gewonnen. Kleine Anleitung gefällig? Kondome mit Geschmack auskochen und das aromatisierte Wasser saufen. Soll angeblich wie Uhuschnüffeln wirken.

Legale Drogen bietet hingegen der kanadische Süßwarenhersteller Candy Funhouse an. Zum Beispiel rund 3.500 Sweeties im Monat für den neu ausgerufenen Job des Bonbon-Direktors mit einem Gehalt von umgerechnet 76.000 Euro jährlich. Ein an sich nicht uninteressanter Betrag für einen einzelnen, jedoch nur ein Klacks für den Hauptsponsor Dentalpharmaindustrie.

Die aussterbende Rasse der rauchenden Österreicher gefährdet ganz massiv die Trafikanten. Aktuell nur mehr 1,8 Millionen Landsleute zünden sich regelmäßig Glimmstengel & Co an, vor 50 Jahren waren es noch fast doppelt so viel und Anfang der 90er Jahre immerhin noch um ein Drittel mehr. Was bleibt daher den Trafikanten? Volle Konzentration auf das Geschäft mit Kondomen und Uhu sowie die jugendliche Zielgruppe.

Frauen finden also Männer mit Chihuahuas am attraktivsten, die Beschützertypen mit Bulldoggen und Dobermännern sind vollkommen out. Was ich mir insofern nur so erklären kann, dass die Hunderl der Herrln wunderbar in die Handtascherl der Frauerln passen und der angepasste Freund somit automatisch an der kurzen Leine gehorsam hinterherhechelt.

Hinterhergehechelt ist auch das FBI dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Fündig sind sie in seinem Keller geworden, wo der extrem sattelfeste Emotionslegastheniker brisante Atomunterlagen aus dem Weissen Haus hortete. Wahrscheinlich wollte er sie der Welt zum Geburtstag präsentieren. So als zweiren Urknall vielleicht.

Wir bleiben beim Präsidentenjob, verlagern jedoch unser Interesse nach Österreich. Besagter Job dürfte extrem begehrt sein, buhlen doch zur Zeit nicht weniger als 23 Kandidaten um die jeweils notwendigen Unterstützungsunterschriften. Mal schauen wieviele in elektronischen Zeiten wie diesen physischen Weg in die diversen Bezirksämter zu legalen Öffnungszeiten in Kauf nehmen wollen.

Bleibt abschließend nur noch ein Tipp für die Venezianer. Da ihrer Stadt das Aussterben droht - erstmals fiel die Einwohnerzahl auf unter 50.000, vor 20 Jahren waren es immerhin noch 64.000 - wäre es doch generell sinnvoll, diese Juwel von Architektur, Bauweise und geschichtlicher Tradition gleich zur Gänze umzubauen. Nämlich zu einem Museumsdorf mit Schiffanackl-Sightseeingtour. Und saftigem Eintritt in Form eines lebenslangen Obolusses, den man vorher ruhigen Gewissens aus dem Trevi-Brunnen in Rom fischen könnte.

In diesem Sinne: Schönen Restsommer noch!

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