Willys Wochenrückblick: Von Ausverkäufen, Umv...
 
Willys Wochenrückblick

Von Ausverkäufen, Umverteilern und Radlopfern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Mein dieswöchiger Musiktipp führt uns zurück ins Jahr 1970, wo sich John Fogerty, Leadsänger der legendären Band Creedence Clearwater Revival, nach einem harten Arbeitstag auf der Veranda entspannte. Enjoy with me „Looking out my backdoor“!

Irgendwie ist es an Absurdität kaum zu übertreffen. Jahrelang haben sich Supermarkt-Ausstatter wie Umdasch, Wanzl & Co redlich bemüht, die Regale, Schütten und Gondeln symbiotisch so ästhetisch wie praktisch zu designen und gegebenenfalls maßzuschneidern. Die Supermarkt-Strategen hatten jedoch nichts anderes zu tun als all diese Bemühungen durch maximalen Warendruck zu zerstören und alles von den diversen Regalen Sichtbare zu verdecken. Nun, einerseits dank der Pandemie, andererseits dank des Ukrainekriegs und der Panikmache rund um eines unmittelbar bevorstehenden Blackouts, hamstern die Menschen wieder, viele Waren sind nicht mehr lieferbar, die Regale bleiben leer. Was für eine hübsche Gelegenheit nun endlich die volle Pracht der Regalästhetik zu zeigen und die Menschen zumindest optisch zu erfreuen.

Und wegen der Teuerungen: Herrschaften, der Inflationsrate jenseits der sieben Prozent ist doch locker zu begegnen. Bei einem Gesamtvermögen aller privaten österreichischen Haushalte von über 800 Milliarden Euro, das sind immerhin - mir ist schon klar: statistisch betrachtet, die wahre Verteilung sieht anders aus - knapp 64.000 Euro pro Mann, Frau und Nase, müsste es doch machbar sein, dass diejenigen, die es sich locker leisten können, ihre Prioritäten ändern und ihre Lebensmittel ersteigern müssen. Die Wurstsemmel, der fettarme Schlagobers oder das stille Mineralwasser bekommt der jeweils Bestbietende. Und der Rest wird an diejenigen zum Symbolwert von einem Euro verteilt, der echt unter der Rezession leidet. Die Somas quasi als Haupt-Verteilzentren und die anderen Handelsketten-Outlets als deren Filialen. Voraussetzung: Die Bauern, Produzenten und Lieferanten bekommen mindestens dieselbe Maut wie vorher. Und: Es wird besonderes Augenmerk auf Tierwohl und Regionalität gelegt. Sorry, man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Ein bisserl geträumt, und zwar von einer etwas leiseren Welt, dürfte auch Leonore Gewessler haben, als sie freitags den Entwurf zur Novelle der Straßenverkehrsordnung bekannt gab. An Zynismus kaum zu überbieten, ließ man die lästigen Radfahrer doch tatsächlich in dem Glauben, man tue ihnen Gutes, indem man ihnen das Abbiegen bei Rot erlaubt, das Nebeneinanderfahren auf Landstraßen und das Gegen-die-Einbahn-Preschen, wenn diese - uiii - breit genug sind. Die hintergründige Absicht: Die ungeliebte Horde der Radfahrer deutlich zu verringern. Was so sicher gelingen wird.

Aus Südafrika kommen neue Corona-Mutantinnen. Angeblich greifen diese aber nur jene an, die sich religionsartig der Genderwahnsinnin hingeben.

Gewaltige Veränderungen hat sich nun nach einer monatelangem Kreativphase die ÖVP geleistet. Sie heisst fortan nicht mehr „Die neue Volkspartei“, sondern nur mehr „Die Volkspartei“. Sonst bleibt alles gleich. Die rürkise Farbe, die Inkompetenz, der Zynismus, die Volksverarschung und nicht zuletzt die Angst vor allem Fremden. Großartig. Die Roten reiben sich die Hantipatschi. Und die Neos auch. Nur die Grünen haben wie immer keinen Tau wie sie damit umgehen sollen .. äh ... dürfen. Auch nicht der frisch Wiedergewählte.

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