Willys Wochenrückblick: Von Backformenallergi...
 
Willys Wochenrückblick

Von Backformenallergien, Londoner Taxis und Spritzpistolensegnungen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Für alle, die es nicht mitbekommen haben - am verwichenen Wochenende war Ostern. Ohne Familienbrunch im üblichen Stil, ohne Feuer, ohne Nesterlsuche und ohne Hasensichtungen. Was natürlich voll auf die Psyche der normalerweise im Mittelpunkt stehenden Tiere ging. Okay, einige Hühnereier wurden dennoch bunt bemalt, einige Schmunzelhaserl dennoch versteckt und Lämmer frisch gebacken. Aber das wars auch schon. Und jetzt bedarf es gut ausgebildeter Psychologen um all die Viecherl moralisch wieder aufzurichten um einen Ganzjahresschaden zu vermeiden. Eierleghemmungen zum Beispiel, goldglöckchenverweigernde Goldhasen und chronische Backformenallergien bei Lämmern & Co. Vielleicht gibts ja bereits Spezialisten.

Speziell war auch das Verhalten einiger Zeitgenossen, die man höflich darauf aufmerksam machte, dass in Supermärkten Maske zu tragen sei. Da war vom trotzigen Anspucken übers aggressive Beissen bis hin zum fluchenden Davonlaufen alles dabei. Apropos Masken. Wer Öffis wegen der mitunter nun doch unangenehmen Maskenpflicht ausweichen will, hat sich geschnitten. Denn Taxis und Uber werden ab heute niemanden mehr mitnehmen, der nicht maskiert ist. Früher wars eher umgekehrt. Wobei ich an dieser Stelle anmerken möchte, dass der Austin FX4, also das klassische Londoner Taxi mit seiner Trennscheibe zwischen Fahrer und Gästen, vor allem in Coronazeiten Vorteile hat. Was aber schon das einzige ist, bei dem Großbritannien momentan die Nase vorn hat.

Interessant war auch wie Hebeins Huschpfusch-Aktion mit den Spontanbegegnungszonen in Wien floppte. Keine Fußgänger auf der Straße und keine langsamer fahrenden Autos unterwegs. Dafür zuhauf die Radfahrer auf den Gehsteigen.

Gespenstisch schön war der Segen des Papstes vor dem leeren Petersplatz in Rom, die OstermessevToni Fabers im leeren Stephansdom und das Bespritzen der weit entfernt sitzenden Gläubigen mit Weihwasser aus der Spritzpistole durch einen ziemlich findigen Pfarrer.

Abschließend noch eine kleine Milchmädchenrechnung: Wenn jetzt bei den wiedereröffneten kleinen Geschäften ein Kunde pro 20 Quadratmeter erlaubt ist, werden einige Boutiquen oder andere Fachgeschäfte ziemlich kundenfrei bleiben. Offen, aber leer hat jedoch auch keine Zukunft.

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