Willys Wochenrückblick: Von Blendgranaten, mi...
 
Willys Wochenrückblick

Von Blendgranaten, mitgewaschenen Händen und versifften T-Shirts

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Im Grunde war es doch längst vorherzusehen - es geht sich hinten und vorne nicht aus. Kurz‘ Durchhalteparole „Koste es was es wolle!“ entpuppte sich einmal mehr als rhetorische Blendgranate und mittlerweile hat auch Blümel seinen Rechner entdeckt und weiß inzwischen nur zu gut - es kann nicht allen geholfen werden. Was soviel heißt wie - es werden nicht nur einige auf der Strecke bleiben, sondern erschreckend viele. Klar müssen Kurz & Co den Wirtschafrsbossen und Konzernen gegenüber das Wort halten und diese zuerst retten, die Kleinen waren ihm doch immer schon wurscht. Und Grün zieht mit. Wer verzichtet als Parteichef schon gerne auf finanzielle Unterstützungen, schließlich gilt in Coronavirenzeiten wie diesen noch viel sprichwörtlicher als sonst „Eine Hand wäscht die andere gleich mit“.

Es liegt also klar auf der gewaschenen und desinfizierten Hand: Zuerst die großen Konzerne und von den Wirtschaftstreibenden ganz zum Schluß erst die Klainen und die EPUs. Und möglichst kompliziert und langwierig das Ganze, vielleicht geben ja einige doch auf am Weg zur Soforthilfe. Gastronomie und Tourismus dürfen zwar alsbald wieder aufsperren, aber mit Auflagen, die definitiv nur den Tod hinauszögern. Und die Kultur dürfte überhaupt der Intimfeind unserer Regierung sein. Denn was sich dieser gegenüber an Inkompetenz und Ignoranz breit macht, ist in Wahrheit echt nicht mehr zu toppen. Und vor allem: Den Kulturschaffenden samt den vielen mitbetroffenen Berufsgruppen dahinter hat man ja von vornhinein nicht einmal in den Wartesaal gelassen, sondern gleich ins Abstellkammerl getrieben.

Interessant wäre im übrigen auch, wer oder was Strache immer zu seinen absdrusen Ideen zwingt, wie zum Beispiel das Versteigern seines nun doch ziemlich angesifften Ibiza-T-Shirts oder der Ambition Wiener Bürgermeister zu werden. Da muß doch mehr dahinter sein als nur das Absolvieren diverser Wifi-Selbstvertrauenskurse.

Welch Marionette der wahren Mächtigen Kurz im Laufe der Coronakrise geworden ist, zeigt auch seine erst gestern geäußerte Möglichkeit einer zweiten Welle, denn im Grunde seines Bauchgefühls ist ihm ja selbstverständlich längst klar geworden, dass die neue Normalität, das Hochfahren des ganzen Landes und die Lockerungen im Alltagsverhaalten definitiv zu früh erfolgte. Nur darf er halt jetzt nicht mehr zurück und schon gar nicht offiziell darüber reden. Es schaut wahrlich gut aus für eine zweite Welle.

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