Willys Wochenrückblick: Von Fahrradmöbeln, Um...
 
Willys Wochenrückblick

Von Fahrradmöbeln, Umweltausbeutern und Impfanreizen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Als Anspieltipp gibts heute einen Uralthit von Deep Purple, allerdings in der Version von Rob Lundgren und Andrej Cerbu - unter anderem auch wegen des weitaus intensiveren Orgel-Intros: Child in time.

Ab jetzt haben Sie wieder zwei Möglichkeiten: Entweder einfach weiterlesen oder reinhören in meinen Podcast. In jedem Fall wünsche ich viel Vergnügen!

Der neue Ikea beim Wiener Westbahnhof erinnert zwar ein bisserl an ein seinerzeitiges Puppenhaus, wo man einfach alles, was drinnen keinen Platz hatte, kurzerhand auf die Balkone stellte. Allerdings, im Falle Ikeas, ausschliesslich Dekopflanzen, die den Eindruck vermitteln sollen, dass mitten im vielbefahrenen Kreuzungseck Gürtel und Mariahilferstraße jedweder CO2-Überschuss einfach so neutralisiert werden kann. Als Draufgabe verzichtete man auf Parkplätze, damit nur Fußgänger, Radlfahrer und Öffipilger einkaufen kommen, nicht aber die bösen Autofahrer. Was ich - ehrlich gesagt für genau so pervers halte, wie wenn ein Wirtshaus aufs Servicegeschirr verzichten würde. Schau söwa wiast des Zeigs hambringst.

Und weil wir grad so schön bei Ressourcen sind, vergangenen Donnerstag begingen wir den Welterschöpfungstag, also jenen Tag, an dem wir die Erde bereits fürs ganze Jahr ausgebeutet haben und eigentlich eine zweite anfangen müssten. Zum Vergleich: Im Jahre 1993 begingen wir diesen Tag erst am 21. Oktober. Trotz alljährlicher Beteuerungen, nun endlich mit den Maßnahmen in Sachen Umweltschutz zu beginnen, ist es sukzessive immer schlimmer geworden. Bin neugierig, wann wir nun endlich mit diesem Tag dem 1. Jänner zusteuern. Da können wir dann endlich gleich liegenbleiben auf unserer faulen Haut.

Hochinteressant übrigens, was sich andere Länder in Sachen Impfanreize einfallen lassen, um keine Impfpflicht verhängen zu müssen. Da gibt es neben Bargeld auch lebende Hühner, Freiflüge, Autos, Yachten und Appartements, bei uns darf man froh sein, wenn man nichts zahlen muss. Obzwar schon darüber diskutiert wird, ob man hinkünftig zum Paarl Wütstel einen Pfiff Bier oder ein Achterl Rot kredenzen soll. Eventuell gemeinsam mit der Matura oder dem Führerschein.

Die Kronenzeitung als altes Fahndungsblatt sucht also wieder einmal Wiens Top-Polizisten. Na hoffentlich findets ihn.

Apropos suchen. Die Österreicher sind ja bekanntlich deklarierte Strandafficionados. Das beginnt bereits in der Sandkiste, wo sie jede Menge Sand fressen und andere Kids mit dem Schauferl verprügeln und ihnen die Formerl wegnehmen bis mindestens einer plärrt. Und es gipfelt in pandemiegelockerten Zeiten wie diesen, in denen Millionen Ösis zu den nächsgelegenen Meeren pilgern um sich dort sofort auf den Strand zu flacken. Handtuch hin oder her. Was lernen wir? Österreich braucht dringend wieder Zugang zum Meer. Eine Idee von mir, der bis dato leider noch niemand nachgegangen ist, wäre Österreich zu bügeln. Damit sind wir flächenmäßig dreimal so groß wie Deutschland, sondern könnten es uns sogar aussuchen, welches Meer alsbald das unsrige sein soll. Nach Norden hin gebügelt die Nord- oder Ostsee, nach Südeh hin gebügelt das Mittelmeer. Wär doch was, oder?

 

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