Willys Wochenrückblick: Von Farbenblinden, Bl...
 
Willys Wochenrückblick

Von Farbenblinden, Blockabfertigungen und Apfeltaschen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Am verwichenen Samstag jährte sich Falcos Todestag zum 23. Mal. Daher mein heutiger Anspieltipp: „Nachtflug“ - aufgenommen am 12. Mai 1994 mit einem 80-Mann-Orchester am Domplatz von Wr. Neustadt. Sicher nicht einer seiner größten und bekanntesten Hits, aber musikalisch und textmäßig einer seiner wertvollsten und symbolhaftesten. Einfach zurücklehnen und genießen.

Auch andere Länder haben Coronaampeln, nicht nur Österreich. Der kleine, feine Unterschied ist nur, dass sich dort die unterschiedlichen Farben auf die Härtegrade des jeweiligen Lockdowns auswirken. In Österreich nicht, wie das aktuelle Beispiel Wien zeigt. Man habe also nach Monaten der gesamtösterreichischen Einheitsfarbe Rot in der Bundeshauptstadt auf Orange geschalten, ist aber wieder einmal mit dem Wurschtigkeitsbesen drübergefahren und hat somit nichts geändert. Was lernen wir daraus? Rot ist gleich Orange, oder wie ein Farbenblinder sagen würde: Grau is grau, ob a bisserl dunkler oder heller is echt Powidl.

Powidl dürften mittlerweile den Grünen ihre eigenen Grundsätze und Haltungen geworden sein, denn sonst hätten sie die Rückholungsanträge von Rot und Rosa in Sachen der abgeschobenen Kinder sehr wohl unterstützt. Übrigens: Ich persönlich würde derlei Rückholaktionen sowieso ganz in die Hände der Neos legen. Wozu heißt denn ihr Wien-Chef Wiederkehr? Aber es ist so wie es ist, wer mit einer Minorität von 13 Prozent beim Mitregieren mit dabei sein will, muss kompromissbereit sein - auch wenn man dabei das Gesicht und in Folge dann auch Wähler verliert.

Apropos Verlierer. Das mit der nun auch für den Lebensmittelhandel geltenden zwanzig Quadratmeterregel pro Kunde ist in der Praxis nicht durchführbar, vor allem für die kleinen Geschäfte, nicht nur am Land. Somit kann - ähnlich wie beim Tauerntunnel - keine Blockabfertigung erfolgen, sondern nur mehr eine Einzelzutrittsberechtigung. Und der Stau verlagert sich halt auf den Gehsteig oder auf den Parkplatz, in jedem Fall jedoch auf außerhalb des Geschäftes. Ob das die Herren Kurz und Anschober so bedacht haben, bleibt massiv anzuzweifeln. Wobei ich sicher bin, dass sie darüber gar nicht miteinander geplaudert haben, so wie sich die beiden derzeit aus dem Weg gehen. Von wegen Zwei-Meter-Abstand, da sind Welten dazwischen. Wobei ich sicher bin, dass sich die beiden völlig konträren Umlaufbahnen in relativer Bälde noch weiter abstoßen werden und es die Koalition zerreißen wird wie ein Papiersackerl im Föhnsturm, auch wenn beide permanent das Gegenteil beteuern.

Dass ein Nein einer Frau noch lange nicht als Nein bei einem Mann ankommen muss, ist ja hinlänglich bekannt. Nun haben die Dänen aber eine App entwickelt, in der die willige Damenschaft mit einem einfachen „Ja, ich will“ jedem kopulationsbereiten Männchen ihre freiwilligen Hormonhaushaltsstabilisierungwünsche signalisieren können.

Und weil wir jetzt gerade so schön in der schlüpfrigen Abteilung gelandet sind, ziemlich windschlüpfrig waren die beiden Mayers vor wenigen Tagen in Garmisch-Partenkirchen, wobei der eine, der den Super-G-Punkt gewonnen hat, ohne E kroch und der andere, der Zweiter wurde, heuer bereits vielfach podestierte.

Bleibt eigentlich nur noch darauf hinzuweisen, dass gebrauchte FFP2-Masken nicht unbedingt weghauwerfwürdig sind, sondern ideal als Apfeltaschen weiterverwendet werden können, ohne McDonalds ernsthaft Konkurrenz zu machen.

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