Willys Wochenrückblick: Von Farbrülpsern, Flu...
 
Willys Wochenrückblick

Von Farbrülpsern, Fluchtschwimmern und Fehlgeldern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Jetzt kann man über die umgesetzte Qualität der Message Control unserer Regierung respektive der dahinter stehenden Parteien der Diskussion freien Lauf lassen und sich darob beflegeln bis die Fetzen fliegen oder den sehr österreichischen Weg gehen und all das scheinbar doch nicht wirklich abgestimmte Geplänkel bei der Verbreitung von Botschaften an die Presse mit einem lapidaren „Ma wurscht“ abtun. Würden jedoch Unternehmen so agieren wie unsere Regierung und nicht mit einem fein säuberlich abgestimmten Statement an die Öffentlichkeit treten, sondern den persönlichen Meinngen aller Vorstandsmitglieder Tür und Tor öffnen, hätte man blitzschnell einen sauberen Imageschaden beinander und auf den sozialen Medien einen gewaltigen Shitstorm. Von den firmeninternen Querelen ganz zu schweigen. Das Fatale beim Versuch unserer Regierung quasi wie aus einem Mund zu sprechen, sind die stetig mitschwingenden, oftmals völlig konträren Parteiinteressen, die wortgewaltig zu äußern man in Anbiederung an die Parteisympathisanten an scheinbar oberste Stelle gestellt. Ideologisches Rülpsen in Parteifarben sozusagen - wahrlich kein gutes Zeugnis für koalitionäres Demokratieverständnis.

Aber jetzt schnell weg von der Politik, hin zu des Ex-Schwimmers Flucht aus Israel nach Hause zur Familie, auf dass sich diese ebenfalls mit dem Virus infizieren könnte, damit der Herr Rogan, seines Zeichens Motivationscoach bei der israelischen Fußballnationalmannschaft, auch daheim sein Können zeigen darf. „Hopp, Covid go!“

Apropos daheim und in Quarantäne. In Deutschland beginnt bereits wieder die Nachfrage nach Toilettenpapier zu steigen und Österreich kann da echte Nachbarschaftshilfe leisten. Denn wenn jeder eine Ansichtskarte aus einem derzeit massiven Reisewarnungen unterworfenen Schigebiet an unsere Nachbarn schickt und mit einer von der Post frisch aufgelegten Corona-Briefmarke, gedruckt auf Klopapier, versieht, verhilft man dem Empfänger zu einer möglicherweise alles entscheidenden Notration. Und der Babyelefant kann endlich die zweite Dimension verlassen und dreilagig werden.

Dreilagig sind bisweilen auch die Formulare gewesen, die man als Unternehmer beim Antrag auf Fixkostenzuschuß und andere Soforthilfen im Frühjahr ausfüllen musste, Sie erinnern sich sicher. Da viele von Ihnen das von der Regierung so großmundig versprochene Geld bis dato entweder verspätet oder weitaus geringer oder überhaupt nicht erhalten haben, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den jüngsten Gag vom Blümel & Co - Financial Distancing. Und Sie werden sehen, das wird Schule machen, vor allem im Bildungsbereich.

Apropos Bildungsbereich. Allerhand dazugelernt haben wir Dank der EU-Kommission bei der Bezeichnung veganer Lebensmittel: Ein veganes Wirschtl, ein veganer Burger oder ein veganes Schnitzerl darf weiterhin so heissen, eine vegane Milch oder ein veganer Käse nicht. Weil, so die Lebensmittel-Spezialisten in Brüssel, diese nicht von der Kuh stammt. Dieser Logik muss man jedenfalls einmal folgen wollen. Sind da etwa neue Schwammerl im Spiel?

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