Willys Wochenrückblick: Von Feinkostmasken, A...
 
Willys Wochenrückblick

Von Feinkostmasken, Ankerkräutern und Naturdummen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Mein heutiger Musiktipp kommt von der britischen Band Oasis, wurde inklusive Titelklau von George Harrison von Noel Gallagher geschrieben und 1995 erstmals veröffentlicht. Geniessen Sie mit "Wonderwall" ein herzhaftes Stück Britpop und achten Sie auch auf den Text. Enjoy!

Willkommen in der Zweiklassen-Gesellschaft. Ich weiß, das ist nichts neues bei uns, wir kennen das zur Genüge von unserem so genannten Gesundheitssystem, das in Wahrheit kränker ist als wir alle gemeinsam.

Aber was ich meine ist die immer offensichtlicher werdende Zweiklassen-Gesellschaft bei den Handelsangestellten. Denn mittlerweile dürfen alle ihre Maske abnehmen, nur die in den Supermärkten und Apotheken nicht. Vor allem jetzt an den stetig heisser werdenden Frühlings- und Sommertagen wird das zur schier unerträglichen Tortur, zumal man ja weiß, die Freundinnen im Baumarkt und im Möbeldiskonter müssen das nicht. Leider wie so oft - da haben einige da oben definitiv nicht alle Maßnahmen zu Ende gedacht. Wie hieß es doch seinerzeit so treffend. Ohne Rauch geht‘s auch.

Ohne Kraut, besser gesagt ohne Ankerkraut, geht‘s nicht für Liebhaber von wirklich guten, modernen, unabhängien, freigeistigen und mittlerweile kultigen Gewürzmischungen. Die den monetär durchaus gerechtfertigten Kuschelkurs hin zu einem mächtigen Großkonzern nicht gut heißenden Ankerkraut-Fans werden schon eine adäquate Antwort drauf finden. Und für die anderen kleinen Gewürzlabels gibt‘s allerhand zu freuen.

Ebenfalls viel Freude wird die riesige Schar an Dienstwagenfahrern haben, denn eine Umfrage unter Verkehrsexperten hat ergeben, dass viele Unternehmen innerhalb der nächsten Jahre auf Dienstfahrräder umsteigen wollen. Der klassische Aussendienst sei sowieso pandemiebedingt bereits out, also wozu noch teure Dienstwagen? Zumal die Zeit ja angeblich ebenfalls keine große Rolle mehr spielt. Was mich jetzt frappant an eine verbriefte Aussage der seinerzeitigen grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou erinnert, die im Rahmen einer CASH-Veranstaltung doch tatsächlich behauptete, Wien wäre lebensmittelmäßig locker mit Lastenfahrrädern zu beliefern. Zum Glück war der Logistikleiter von Ankerbrot zugegen. Der ist dann mit ihr ein bisserl Schlitten gefahren. Das war ein Trara.

Etwas mehr als nur Schlitten gefahren ist der ziemlich angfressene Jungstier mit dem Torero in Montpellier, in dem er ihm das zugefügt hat, was dieser eigentlich von ihm wollte. Nämlich töten. Ehrlich jetzt, wann hört der Blödsinn endlich auf, Tradition hin oder her.

Apropos Gewinner. Zumindest im eierfärbenden Osterreich hat Corona die Influenza besiegt. Leider nicht die Influencer in Tik Tok, Instagram und auf Youtube. Wo erschreckend schön zu beobachten ist, wie rasend schnell völlig unbegründetes Selbstvertrauen den IQ ablöst.

Apropos IQ. Strache ruft wieder zu Spenden für sein Wohlbefinden auf, Scrabble ist jetzt ebenfalls dem Genderwahn erlegen und führt einen IN-Stein um 10 Punkte ein und 1,32 Millionen Österreicher sind nach wie vor ungeimpft. Wie sagte Christoph Schönborn so schön? „lieber Gott, lass Hirn regnen!“

Abschließend noch eine spektakuläre Namensänderung aus dem Bereich Kunst & Kultur: Lang Lang spielte ganz oben am Jungfraujoch ein Klavierkonzert und nennt sich fortan Hoch Hoch. Ein feines Tagerl noch!

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