Willys Wochenrückblick: Von Gebrauchtmasken, ...
 
Willys Wochenrückblick

Von Gebrauchtmasken, Armutschkerln und Pfluftln

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Für meinen heutigen Musiktipp dürfen wir ruhig in der Gegenwart bleiben. Eine der derzeit interessantesten Poetinnen deutschsprachiger Zunge, Julia Engelmann, überzeugt auch mit bestem Liedgut und aussergewöhnlicher Performance. Freuen Sie sich auf ihre „Bestandsaufnahme“ und hören Sie bitte genau hin?

Wie wäre es, wenn wir in den Supermärkten die verordnete Maskenpflicht allesamt komplett ignorieren und sogar noch ein Geschäft draus machen würden? Einfach als Aktionsartikel „Gebrauchte Second Mouth Masken“ ins Flugblatt hieven und einen regelrechten Boom nach ganz persönlichen Unikaten auslösen. Denn beim Kauf von zwei Masken gibt es eine Flasche Öl oder ein Packerl Butter gratis.

Dazu passend - einige Aussagen unserer Mister und Misterinnen. Wirtschafts- und Arbeitsmister Kocher meinte „Wir werden alle ärmer werden“. Um das Weltbild der Regierung zu verdeutlichen: Die gehen bei Armut prinzipiell von materieller aus. So wie ÖVP Wien Chef Mahrer: Home Office werde zunehmend schwieriger, weil da sind die Kinder daheim, die angetraute Hausfrau und am Tisch werde Kuchen gebacken.

Landwirtschaftsmister Totschnig ging sogar noch einen Schritt weiter. Nicht nur, dass er für das große sonntägliche Krone-Gespräch ein Interview mit Maggie Entenfellner ablehnte und so einen wesentlichen Beitrag im Sinne der Pressefreiheit geleistet hat, hat er dem Ersatzinterviewer Michael Pommer quasi bei jeder Frage zu verstehen gegeben, dass ihm Tierwohl aber sowas von wurscht sei, weshalb er auch diesbezüglich keine Initiativen setzt. Der Mann tut wirklich alles, damit wir keine Billigware mehr aus dem Ausland importieren müssen. Weil die hamma eh söwa a.

Und da sprech ich jetzt gar nicht einmal das Ausrotten von Bienen und Verwandten durch das beharrliche Nichtverbieten von Glyphosat an. Er wird nur bald schon schön schaun, wenn er seinen Lobbyfreunden keinen Honig mehr ums Maul schmieren kann.

Wir bleiben tierisch. Für Affenpocken sollen also besonders diejenigen Menschen empfänglich sein, die sexuell sehr aktiv sind. Da ist es dann vom erwünschten Contact Tracing zum deutlich sichtbaren Tindersymbol nur ein ganz kleiner Schritt.

Ginge es nach den Grünen, soll es alsbald in Wien keine Fiaker mehr geben. Da Pferdefleisch derzeit ohnehin gerade extrem hip ist, schlage ich als Ersatz-Touristenattraktion Imbissbuden mit Pferdeleberkässemmeln und anderen Horse to go-Produkten vor. Ein Fiakergulasch einmal anders zum Beispiel. Eventuell einen Einspänner mit Senf, ein Schimmelpilzragout oder einen echten Araberkaffee.

Die Angebotspalette wächst und mit ihr das Misstrauen in den Verstand mancher Politiker. Und warum ein Pferd Pferd heisst ist eh allgemein bekannt. Weil seine Beine bis auf die Erd reichen. Sonst wär es ja ein Pfluft.

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