Willys Wochenrückblick: Von Gesichtsfalten, H...
 
Willys Wochenrückblick

Von Gesichtsfalten, Heizsemmerln und Deepfakes

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Meinen heutigen Musiktipp schrieb The Who-Gitarrist und Keyboarder Pete Townsend im Jahre 1969, zu hören auf dem genialen Album Tommy. Spielen wir gemeinsam ein bisserl Flipper und erfreuen wir uns an „Pinball Wizard“. Enjoy!

Nun ist also die Maske auch in den Supermärkten gefallen, überraschenderweise auch in jenen von Ludwigshausen. Das Interessante daran: Wie sich die Gesichter verändert haben in den letzten beiden Jahren. Als wären es zwanzig gewesen.

Die Tatsache, dass Wien tagtäglich genau so viel Brot und Gebäck wegwirft wie Graz verbraucht, ist ja nichts Neues. Auch, dass wir insgesamt mittlerweile rund ein Drittel unserer Lebensmittel nur für den Müll produzieren, ebenfalls nicht. Warum wir das Ganze jetzt nicht thermisch nützen um uns weniger abhängig vom Gas zu machen, frage nicht nur ich mich. Es müsste doch möglich sein, so einen Allesfresserofen wie früher nach modernen Umweltkriterien auch für jeden Haushalt zu bauen. Dann würde jedes hart gewordene Semmerl nicht im Müll, sondern im Ofen landen. Auf dass es uns und unser Wasser wärme.

Apropos Effizienz. Eine neue Sprit-App teilt uns mit, wo sich die günstigste Tankstelle befindet. Und sie rechnet auch aus, ob sich eine Fahrt nach Innsbruck für zwei Cent billiger pro Liter auszahlt. Weil von alleine kämen wir da nie drauf.

Man könnte aber auch gemeinsam mit einem Kanister nach Innsbruck mit der Bahn fahren, sofern man um drei Euro ein Platzerl reserviert hat. Weil die neueste Geschäftsidee der ÖBB hat was. Zumindest was Ärgerliches. Ich reduziere meine Kapazitäten, sodass all diejenigen, die keinen Sitzplatz reserviert haben, wieder aussteigen müssen und daraus gelernt haben, das nächste Mal unbedingt zu reservieren. Und wenn dann alle brav um drei Euro reserviert haben, erhöhe ich kurzfristig wieder die Kapazitäten um noch mehr Umsatz zu lukrieren. Genial, irgendwie.

Weil jetzt alle von Deep Fakes reden und dafür allerorts hochsensibilisiert werden, aber dieses komische Comeback mit den Abbataren als Konzert zu verkaufen, geht problemlos durch.

Da kann ich mich ja gleich auch per Videotelefonie krank melden, oder? Ach so, das ist ja eh auch geplant.

Jetzt aber zu ganz was anderem. Ist ihnen auch aufgefallen, dass beim Championsleague-Finale Real Madrid gegen FC Liverpool in Paris exakt ein Spanier und zwei Engländer mitspielten, aber jede Menge Franzosen ohne Ticket auf den Tribünen saßen? Und, dass das Match am ORF live völlig vorübergegangen ist?

Übrigens: Die Schlagzeile "Hacker fordern fünf Millionen Dollar von Kärntner Landesregierung" traf mich überraschend und unvorbereitet. Ich hätte nie gedacht, dass Wiens Gesundheitstadtrat nach den Wienern jetzt auch seinen Parteikollegen Peter Kaiser dermaßen nervt.

Abschließend noch ein kleiner Lichtblick im vertrottelten Gendertunnel. Da man jetzt sukzessive draufkommt, dass Gendern nichts anderes ist als betreutes Schreiben und Sprechen, rudern die ersten Verlage wieder zurück und betrachten die jeweils weiblichen Formen als selbstverständlich integriert und nicht als verzweifelten Aufschrei. Bravo!

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