Willys Wochenrückblick: Von Handyschüttlern, ...
 
Willys Wochenrückblick

Von Handyschüttlern, Maturascheiterern und Eindringlingen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Weil es gerade zur aktuellen Normalitätsoffensive passt, kommt mein heutiger Musiktipp von Georg Danzer: „Komm zieh dich aus!“

Überraschenderweise gibt es auch diesmal wieder eine audiative Version meines Wochenrückblicks. Sie können also wieder wählen - den Podcast anhören, einfach weiterlesen oder aber auch beides gleichzeitig.



Oiso, i find des super. Wenn ich hinkünftig einkaufen gehe, können wir - also die Supermarkt-Kassierin und ich - uns wieder namentlich begrüßen, weil wir uns ja maskenlos endlich problemlos wiedererkennen. Und ich kann dem Zeitverzögerer vor mir endlich wieder hemmungslos mein Einkaufswagerl in die Unterschenkel rammen und sein empörtes „Passens auf!“ mit einem feuchten Zungenschlag abschmettern.

Beim Wirten darf ich mich endlich wieder zu Wildfremden dazudrängeln, laut das Wort „Lokalrunde“ dem Wirten zustecken und mich ebenso klar und deutlich bei dem mit dem teuersten Sakko dafür bedanken.

Ansonsten soll es also wieder ein Sommer wie damals werden, haben die Drei von der Krankstelle, also der Bazillian, der Herumkugler und der Wolfstein Mückenfang, letzte Woche verkündet. Mit Handyschütteln, Rockdown & Skirtup nicht nur im Freibad, barrierefreiem optischen Gesichtszugang und kollektivem Wange an Wange-Reiben mit gegenseitigem Ansafteln. Kann aber auch gut sein, dass mit dem Fall der uns seinerzeit aufoktroyierten Kommunikationsverbote jetzt auch der Respekt voreinander und die gesamte Kinderstube wegrationalisiert wurde - siehe Brandstätters Oaschloch-Sager, Waldhäusls Amtsmissbrauchs-Selbstverständlichkeiten oder Blümels permanente Ibiza U-Ausschuß-Häkeleien. Es wird also zusehend rauer im Land. Nicht nur klimamäßig.

Was sonst noch geschah? Edi Finger jun. und ein Fiakerpferd starben jeweils an einem Aortaeinriss, Conchita Wurst deutschte ihre Phenix-Hymne ein und David Alaba ist im Zuge einer dringend notwendigen Ernährungsumstellung von Weisswürsten und Brezn auf Paella und Tapas umgestiegen. Und als kulinarisches Backup eröffnete er in Wien ein Lokal mit mediterran-asiatischer Fusionküche.

Ach ja, Bildungsmann Fassminister Heinz meinte vor laufender Kamera, dass er die heurige Mathematikmatura nicht geschafft hätte. Womit man jetzt nicht wirklich rechnen musste.

Weiters können die chinesischen Fledermäuse aufatmen, denn ein englisch-norwegisches Wissenschaftsteam hat nun den seit dem ersten Auftreten des Covidvirus gehegten Verdacht bestätigt, dass dieses einem Labor im chinesischen Wuhan entkommen sei. Nachzulesen in der Daily Mail. Schaumamal wie lange es das Wissenschaftsteam noch gibt.

Investigativen Journalismus pur übte die dänische Journalistin Louise Fischer vom Radiosender Radio 4 aus, indem sie während des Geschlechtsakts in einem Swingerclub ihren Eindringling zum Thema körpernahe Wiedereröffnungen nach dem Lockdown interviewte. Die Zuhörer kamen angeblich zuhauf um ohral am Sender dran zu bleiben.

Apropos Nähe. Viele Österreicher haben sich so ans Distanzhalten zu einigen Zeitgenossen gewöhnt, dass sie beschlossen haben, es diesen gar nicht mitzuteilen, dass der Lockdown vorbei ist. Da werden sich Oma und Opa aber freuen. Vor allem werden sie sich an den Krieg erinnern. Da haben ja auch erst viele Jahre später davon erfahren, dass dieser längst vorüber ist.

 

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