Willys Wochenrückblick: Von Happy Days, Tanzb...
 
Willys Wochenrückblick

Von Happy Days, Tanzbären und Pathologen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Meine heutige kleine Wochenzurückschau erinnert ein wenig an ein präcoronales Gschnas, als die Masken, die wir alle trugen, noch etwas anders aussahen. Vor allem konnten wir damals zumindest erahnen, als was wir gingen respektive welchen Charakter wir darstellen wollten. Das geht heutzutage nicht mehr.

Wurscht, Anna Veith ist als Schirennfahrerin zurückgetreten und laut Marketagent nach Marcel Hirscher als zweitbeliebtestes Werbetestimonial unter den Sportlern wieder auferstanden. Da steigt auch gehörig Rauch mit auf an so einem fröhlichen Tag.

Roncalli-Artistin und Bernhard Paul-Tochter Lili gewann Lets Dance und möchte jetzt gemeinsam mit ihrem Papa eine Tanzbären-Nummer einstudieren. Zur Erinnerung: Roncalli beschäftigt ja bekanntlich keine Tiere.

Viele Schäfer in Neuseeland übrigens auch nicht. Zumindest keine Schäferhunde. Denn diese Rolle haben jetzt Roboterhunde übernommen. Und den Schafen scheint es egal zu sein. Die gehorchen sowieso jedem, der sie antreibt.

Was im übrigen auch Leihwagenfirmen gut täte, denn deren Hertz hat dank Corona mittlerweile ebenfalls aufgehört zu schlagen.

Wer immer auf die Idee kam, den zweiten Ibiza-Rotzbuben Johann Gudenus bei der bevorstehenden Wien-Wahl als FPÖ-Geheimwaffe gegen Strache einzusetzen, kann eine beachtliche Portion Ironie auch nur schwer verleugnen.

Apropos Ironie. Für viele von uns war absolut nicht gut ruhen als Sturmtief Gudrun übers Land und über Dächer hinwegfegte. Ebenfalls nicht gut ruhen konnten diese Tage auch etliche Muezzine, da von ihren mittlerweile digitalisierten Minaretten das Partisanenlied Bella Ciao anstatt ihrer Betgesänge auf die etwas verdatterten Gläubigen herunterprasselte. Hacker hatten sich ein gar feines Häckmäck draus gemacht.

Die Wiener Grünen machen sich ja mittlerweile auch ein gehöriges Häckmäck aus dem Wahlkampf und gegen die Autofahrer. So forderten sie doch tatsächlich weniger Strafen für Radfahrer, damit diese ihre permanente Undiszipliniertheit und selbstverständlichen Verstöße gegen die Verkehrsordnung noch intensiver betreiben können. Jo freili, so weit kummts nu ...

Alexander van der Bellen wurde also nach Sperrstund mit seiner Frau plaudernd in einem wohlgemerkt bereits geschlossenen Schanigarten erwischt, was ihm einiges an ziemlich harscher Kritik einbrachte. Von mir hingegen bekommt er Lob, weil er ja als Bundespräsident auch eine Vorbildrolle zu erfüllen hat. Schafft diese unsinnige Zusperrstunde um 23 Uhr bitte wieder ab, die bringt echt niemandem etwas, ausser Ärgernis hüben wie drüben. Und Umsatzverluste oder Missstimmung, wenns grad so richtig gut läuft und der Wirt zum kollektiven Interruptus auffordern muß. Und wie wir gesehen haben, bis die Polizei eingeparkt und ready zum Amtshandeln war, saß UHBP VDB längst daheim beim frühen Stücke.

Ach ja, vielleicht wissen Sie es, aber wenn Vettel wirklich zu Aston Martin geht, darf er dann mit dem legendären DB5 antreten oder muss er so einen modernen Neuwagen nehmen? Darf er die Startnummer 007 haben und Q als Chefmechaniker? Und wer wird sein interner Gegenspieler werden - Dr. No? Oder doch Gert Fröbe bzw. Klaus Maria Brandauer?

Bleibt abschließend nur noch eine Kleinigkeit zum Nachdenken in Sachen Corona-Massnahmen für den Kulturbetrieb: Viele kleine Theater sind mit den vorgegebenen Abstandsregeln nicht einmal annähernd kostendeckend zu führen. Wenn jetzt nur mehr die Hälfte der Sitzplätze besetzt werden darf, bekommen auch die Künstler nur mehr die Hälfte ihrer Gage, da diese - je nach Haus - zwischen 50 und 70 der Ticketeinkünfte bekommen. Also wird man auf Plan B zurückgreifen und alle Plätze besetzen, allerdings mit Maske. Leute, lachen mit Maske geht gar nicht. Abgesehen davon, dass sich jeder Kabarettist beim Blick ins Publikum vorkommen muss wie ein vor Medizinstudenten referierender Pathologe. Lachen als verpönter Akt der Wissensvermittlung. Ab in den Keller damit!

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