Willys Wochenrückblick: Von Herumeiernden, 3G...
 
Willys Wochenrückblick

Von Herumeiernden, 3G-Verwirrten und Diplomatieverweigerern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Mein heutiges Video ist für alle gedacht, die bei ihrem Wirten keinen Platz mehr bekommen haben und ihren Kaiserschmarren selber backen müssen. So wie unser Basti.

So, Sie können jetzt weiterlesen oder sich meinen Wochenrückblick über die Ohren reinziehen. Ganz wie Sie wollen.

Gäbe es die Wahl der politischen Antifarbe, so würde die Ampel sofort auf Grün schnellen, sobald man die Möglichkeit dazu freigäbe. Denn das Herumeiern von Kogler, Maurer und Gewessler in Sachen Stellungnahmen zu Kurz & Blümel, dem Duo Infernal in der heimischen Politposse, ist mittlerweile unerträglich geworden. Selbst der harmlosen WKO gegenüber getraut man sich nicht einmal Farbe zu bekennen, unser Klima sagt jetzt schon resignierend „Danke, das wars dann wohl“.

Während sich ganz Österreich nach dem leistungsstärkeren 5G-Netz sehnt, ist 3G ab kommende Mittwoch Alltag - Geimpft, Getestet und Genesen. Das Problem dabei liegt auch diesmal auf der Hand, nämlich dem Nachweis von zumindest einem der drei Gs. Aber ab jetzt wirds wieder ein bisserl undurchsichtig. Die Geimpften brauchen jetzt immer den Impfpass mit, mit dem sie zwar ins Wirtshaus, zum Friseur und ins Theater dürfen, aber nicht in Spitäler, weder als dort Arbeitender oder als Patient noch als Besucher. Die Getesteten dürfen überall hinein, allerdings unterschiedlich lang. Heute getestet darf ich bis übermorgen in die Spitäler, in die Restaurants und zum Friseur. Nur bis morgen darf ich ins Kabarett. Es sei denn ich bin dort Kellner, dann darf ich eine Woche lang dort arbeiten. Bis zum nächsten Test halt. Und als Genesener mit Absonderungsbescheid oder Antikörpertest darf ich auch überall hin. Drei Monate lang. Nur nicht ins Spital. Dort werde ich wie ein Geimpfter behandelt und brauch dennoch einen Antigen- oder PCR-Test.

Sollten Sie das jetzt einen Tick zu kompliziert empfunden haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Beipacktext gibts leider keinen und bei 1450 kennt man sich auch nicht aus.

Nicht auskennen tun sich auch die Experten in Sachen lithiumbasierte Akkus für Elektroautos. Ich habe hier vor mir zwei angebliche Qualitätsstudien über die Umweltverträglichkeit der Akkus liegen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine attestiert dem Elektroakku inkludierend Produktion, Gebrauch und Entsorgung eine um 30 Prozent bessere CO2-Bilanz als Diesel- respektive Benzinaggregaten und die andere eine achtfach so schlechte. Als Konsument stehst dann da mit dem offenen Fragezeichenklapperl und wünscht dir nichts sehnlicher als eine Qualitätsstudie über Qualitätsstudien.

Eines noch zum Schluss: Das gut gemeinte Solidaritätshissen der israelischen Flagge auf Regierungsgebäuden war aus diplomatischer Sicht wahrlich keine Bombenidee.

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