Willys Wochenrückblick: Von Herumirrenden, Du...
 
Willys Wochenrückblick

Von Herumirrenden, Duftpupsern und Genitalgemüse

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Mein dieswöchiger Musiktipp ist auch inhaltlich ein solcher. Weil ein Lachen immer hilft. Auch über unser aller derzeitige Situation. Lachen Sie daher mit Günter Mokesch und „Smile“!

Ab hier können Sie wählen: Entweder weiterlesen oder meinen Wochenrückblick als CASH-Podcast anhören. It's up to you!

Zuerst sperrt er alles zu, damit die Zahlen wieder runtergehen, daraufhin ändert sich an den Zahlen nichts, jedoch steigt der Unmut und die Ignoranz. Jetzt will er wieder alles aufsperren. Und zwar wirklich alles. Die Gastro, den Handel, die Kultur und die Sportstätten. Der Herumirrende hat also wieder zugeschlagen und das Rädchen zur Volksverwirrung ein Stück weitergedreht. Oft bedient er die Floskel vom Licht am Ende des Tunnels und vergisst dabei, dass am Ende des Lichts immer nur ein dunkelschwarzer Tunnel wartet.

Daran wird auch der rauchende Modefreak hinter der Gesundheitsministermaske nichts ändern und schon gar nicht die Umweltministerin Gewessler, auch wenn ihr Global 2000 kein unbekanntes Unternehmen ist. Aber wie es halt so ist, als Ministerin sind dir halt doch in alle Richtungen die Hände gebunden, auch wenn das erprobte Ankündigungsmäulchen anderes dahinblubbert.

Aber vielleicht hilft ihr ja bei der dringendst notwendigen Aufholjagd Österreichs in Sachen Klimaschutz die jüngsten Erkenntnisse, dass Zitronengras als Beifutter bei Kühen den Methanausstoß verringert. Ob das Duftwolkerl damit auch frischer riecht ist mir jetzt nicht bekannt, wohl aber, dass diese Idee durchaus Schule machen könnte. Mit einem Zedernhplzlutscher gegen Bierrülpser zum Beispiel, oder mit Weihrauchfilter gegen die Dieselstinker und Käsekrainertabs in den Gülletanks. Damit jeder im Dorf glaubt, der Schweinebauer grillt anstatt die Jauche nilpferdartig auf seinen Feldern zu versprühen.

Apropos Felder. Das Gesichtsbuch hat sich in der verwichenen Woche auch wieder schön blamiert. Einem Spargelbauern, der seine Ware in schönen Bildern im Netz anpries, löschte der automatische Pornofilter sämtliche Fotos seiner Prachtburschen. Wäre interessant, was geschehen wäre, wenn er statt Spargel zum Beispiel Afrikanische Tulpenbäume angebaut hätte.

Wie kindisch übrigens die Blauen durchs Leben huschen, zeigt aktuell die jüngste Aktion Dominik Nepps, der anläßlich des soeben über die Kasperlbühne gegangenen FPÖ-Parteitages blaue FFP2-Masken mit der Aufschrift „Kurz muss weg“ produzieren ließ. Und um den Kampf an der eigenen Parteispitze noch ein bisserl anzuschüren, bekommt Hofer eine mit der Aufschrift „Nur Wickel mit dem Kickl“ und Kickl eine mit der Aufschrift „Hofer muss auch weg“. Aber da dieser ja keine Masken trägt, wurde ein Tattoostudio beauftragt ihm das direkt ins Gesicht zu nadeln. Da kommt sicher Freude auf. Mir ist nur noch nicht ganz klar, bei wem.

Ach ja, abschließend noch ein Wort zur Künstleraktion #allesdichtmachen: Meiner Meinung kann man zu Satire und Zynismus stehen wie man will, aber beides ist offensichtlich ein probates Mittel um einmal mehr drastisch klarzulegen, dass die Kultuhr noch lange nicht abgelaufen ist. So wie es leider einige da oben gerne gehabt hätten.

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