Willys Wochenrückblick: Von Kindereiern, Größ...
 
Willys Wochenrückblick

Von Kindereiern, Größenwahn und Kuschelmonstern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Für meinen heutigen Musiktipp geht es zurück ins Jahr 1971 zu einem der wahrscheinlich allerbesten Songs der britischen Rockband Jethro Tull - „Locomotive Breath“, erschienen auf dem wunderbaren Album „Aqualung“.

Gleich zu Beginn noch einmal zurück zur aktuellen Billa-Werbung. Nach mehrmaligem Anhören derselben gehts plötzlich nicht mehr um mehr Tierwohl, sondern um mehr Tirol. So sehr diese Initiative zu begrüßen ist, sorgt sie dennoch für Mißverständnisse. Rein schon aus Regionalitätsgründen.

Kurz vor Ostern keine Eier zu haben trifft nicht nur Ferrero ziemlich hart. Vor allem, wenn die Diagnose „Kindersalmonellen“ lautet. Wobei, Mondelez hat‘s ja mit den gefakten Milka-Gewinnspielen in den diversen Sozialen Medien imageruinierend auch nicht leichter, zumal es ja auf diesen Plattformen auch ein echtes gibt - zartstattzwider rocks.

Von violett zu rot. Die Wiener Polizisten wollen nicht mehr in den Puffs die Deckel und sonst noch allerhand kontrollieren. Um den Kontakt dennoch nicht zu verlieren, möchten sie bitte nur mehr privat wiederkommen dürfen.

Sehr komisch finde ich auch Nehammers Beitrag zum allgemeinen Massakertourismus der europäischen Politiker wie Van der Leyen und Johnson in die zerstörte Ukraine. Zumal sich Nehammer ja ohnehin nicht traut, die Rufe nach kompromisslosen Gashahn- und Ölquellenzudrehung gegenüber Russland mitzutragen. Da ist ihm das private Abfüllen von Schlangen offensichtlich wichtiger. Und das Ausleben einer gehörigen Portion Größenwahn, wenn er sich selbst beim Putin einladet, frei nach dem Motto „Dem sog is owa jetz eini“.

Auch nicht wirklich nachzuvollziehen sind die völlig unterschiedlichen richterlichen Entscheidungen in den Fällen Maurer und Karmasin. Während der sich definitiv nicht im Griff habende Typ ein Glas im Gesicht der Grünenchefin zerschellen lassen wollte, nur auf freiem Fuß angezeigt wurde, sperrte man die Meinungforscherin wegen eines Betrugsdelikts ein volles Monat in Untersuchungshaft. So viel zum Thema Augenmaß.

Das Augenmaß verloren hat auch die deutsche Katholische Jugend, die sich das Ziel gesteckt hat, die Bibel und ihre Folgeriten zu gendern, aber auf eine ganz besondere Art. Gott wird da nicht zur Göttin, was ja irgendwie nahe gelegen wäre beim genderkranken Denken, sondern zu Gott+, womit vor allem die Flüche und Spontanreaktionen länger werden. Hergottplusnochmal, Gottplusseidank oder Grüßgottplus am Morgen sind da nur einige Beispiele. Wollen wir nur hoffen, dass sich das nicht auch auf Maria, Josef und Jesus auswirkt. Jessasplusmariaplusundjosefplus wär nun doch ein bisserl lang.

Ein sehr intimer Trend schwappt gerade aus Leipzig über die Wiener Schweglerstraße in unser aller Gefühlsleben. Die Kuschelkiste nennt sich eine Institution, bei der man eine junge, durchaus attraktive Dame buchen kann um mit ihr zu kuscheln. Mit voller Montur, aber ohne anfassen. Also an den expliziten Stellen. Streicheln ist erlaubt, aber nur am Kopferl und über die Schultern den Rücken hinab. Wie man halt ein Katzerl streichelt. Völlig harmlos. Nun denn, viel Spass. Gedrosselt zwar, aber immerhin.

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