Willys Wochenrückblick: Von nassen Fetzen, Zu...
 
Willys Wochenrückblick

Von nassen Fetzen, Zuckerattacken und schlanken Füßen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Was ich äußerst interessant finde, ist die anhaltende Konsequenz unserer Regierung in Sachen Inkonsequenz. War am Anfang dieses Coronaüberfalls noch (fast) jede Maßnahme nachvollziehbar und durchaus argumentativ gut erklärt, so läuft das Ganze momentan in ein dicht vernetztes Verwirrspiel hinaus, bei dem sich die, die eigentlich an einem Strang ziehen sollten, permanent widersprechen und sogar sich gegenseitig verwirren. Vor allem finde ich lustig, wie konsequent, aber doch offensichtlich mit einer gehörigen Portion Unwissenheit und/oder Ignoranz beseelt, man auf Journalistenfragen oder in Talkshows Antworten absondert, die noch nie in ihrem Leben eine Frage gesehen haben. Da kommt nicht nur kritischen Geistern wie mir nun doch ziemlich oft der Gedanke an nasse Fetzen hoch. Groß genug sollten diese halt sein - wegen des Babyelefantens, Sie wissen schon ...

Genug Corona. Es war ja Muttertag und da werden ja bekanntlich viele Mamis und Omis und Uromis usw. ganz besonders innig geherzt und abgebusselt. Normalerweise, nur halt diesmal nicht. Die logische Konsequenz: Unmengen an Torten, Kuchen, Pralinen, Schokoladen und Liköre mussten als Drogenersatz herhalten und man wird sehen, wieviele diese Zuckerattacken überlebt haben. Kann gut sein, dass in einigen Seniorenheimen wieder ein paar Plätze frei geworden sind.

Sehr bemerkenswert finde ich im übrigen die Idee aus Graz, dass Wirte ihre Gastgärten unbürokratisch erweitern dürfen, um mehr Gäste unterzubringen. Was in regenarmen Zeiten wie diesen insofern zu begrüßen ist, da auf diese Art und Weise den verdörrten Wiesen und brachliegenden Äckern wieder Sinn gegeben werden kann. Ja, wer Hektar hat, der hat.

Tichy, Bortolotti, Zanoni und Kollegen, werden sich freuen, denn die ganze Woche lang werden sie als Eisheilige gefeiert, wurscht, wie das Wetter ist oder wird. Und das ist gut so, hoch die Stanitzel!

Während Doris Felber zu jeder Topfengolatsche einen Hunderternagel verschenkt, streut man auf der in einer Macht- und Keppelaktion frisch installierten Radlerfahrbahn in der der Wiener Praterstraße Reißnägel. Treffen tut das wieder einmal die falschen, das eigentlich Ziel heißt Hebein und - by the way - für Fußgänger gilt: Heb Bein, sonst Auweh!

Gier macht ja bekanntlich vor niemandem Halt, auch bzw. gerade vor Ärzten nicht. Da Privatpatienten nun doch etwas effizienter das eigene Börserl füllen als Kassenpatienten, verließ ein Linzer Chirurg mitten in der Operation sein Team und somit auch seinen Patienten, um in seiner Privatordination etwas an der Kasse zu drehen, worauf der Patient im Krankenhaus verstarb. Ob deswegen oder trotzdem, wird möglicherweise eine Obduktion klären, aber schlanken Fuß macht es keinen.
Abschließend doch noch einmal Corona, womit sich der heutige Kreis in Sachen Unverständnis perfekt schließt. Das 500 Millionen Wirtshauspaket der Regierung ist jetzt, wo es spontan zu helfen gilt, doch wieder nur so etwas wie Augenauswischerei geworden. Denn es wird damit in keiner Weise die vielen verloren gegangene Liquididät gestützt, sondern ab Juli auf Steuereinnahmen verzichtet. Wie sich die Wirte bis dahin unter diesen völlig abstrusen Auflagen durchhanteln sollen, scheint wieder einmal völlig wurscht zu sein. Und von der kulturahnungslosen Frau Lunacek möchte ich heute gar nicht schreiben. Ich glaube nämlich, das erledigt alsbald das Ablaufdatum.

 

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