Willys Wochenrückblick: Von Nesselsitzern, In...
 
Willys Wochenrückblick

Von Nesselsitzern, Insektenfressern und Hobbylehrern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Heute gibt‘s als Musiktipp einen Klassiker aus dem Jahre 1971, getextet und komponiert von Ian Anderson, dem damaligen Querflötenhero und Mastermind der britischen Kultband Jethro Tull: Aqualung - in einer tollen Version aus dem Jahre 2003 live in Montreux.

Auch heute können Sie wieder wählen. Entweder einfach weiterlesen oder sich meinen Wochenrückblick als Podcast reinziehen. Oder beides, ganz wie Sie wollen.

 

Na, da hat sich die Köstinger in ihrer wahrscheinlich angeborenen Naivität treffsicher ganz schön in die Nesseln gesetzt, in dem sie sich in die überaus komplexe Welt des österreichischen Lebensmittelhandels wagte und diesen ob seiner Marktmacht gegenüber den von ihr vertretenen landwirtschaftlichen Betrieben quasi im Rundumschlag anprangerte erpresserisch zu agieren. So weit so lieb. Zum einen ist das beinharte Verhandeln der Handelseinkäufer um jeden Cent zugunsten des EKPs nichts Neues und zum anderen ist das von ihr verwendete Wort „unfair“ immer eine Frage der Sichtweise. Und diese schaut nun einmal zwischen zwei verhandelnden Parteien ziemlich unterschiedlich aus. Aber das sollte Köstinger als gelernte Politikerin eigentlich wissen. Es sei denn, sie hat bei der Vergabe der Blauäugigkeit gleich mehrmals „Hier!“ geschrien.

Ich weiß, das wird jetzt ein harter Übergang zu den Kühen in Neuseeland, denen man aus Umweltgründen behutsam beibringen möchte, nicht dort ihr Geschäft zu verrichten, wo sie gerade stehen, sondern ganz bewußt in einem eigenen Latrinenstall quasi aufs Kuhkisterl zu gehen. Schaumamal.

Auf der ganz anderen Seite befindet sich die österreichischen Post, die nun nach jener aus Klopapier eine Briefmarken-Sonderedition aus FFP2-Masken auflegte. Ob gebraucht oder ungebraucht ist mir jetzt nicht wirklich bekannt.

Was anderes. Dass viele behaupten, wir werden hinkünftig nicht umhin können, Insekten zu essen, halte ich für eine Verschwörungstheorie. Auch wenn China derzeit Insektenautomaten mit Mehlwürmern to go aufgestellt hat, kann ich mir das für unsere Breitengrade nicht wirklich vorstellen. Zumal ja eher die Insekten vor Ort am Speiseplan stehen sollten und nicht fremde. Also, Fruchtfliegen, Gelsen und Silberfischerl werden sicher nie auf meinem Speiseplan stehen. Der Heuschreck, das Heimchen oder die Ameise aber auch nicht. Obwohl ich alles bereits verkostet habe. Da lob ich mir - und nennt mich doch bitte gerne einen bornierten Nostalgiker - eine feine Käsekrainer mit an Schoafn, an Grokodü und an Semmerl vom klassischen Wiener Würstelstand. Aber das steht in einer anderen Kolumne.

In der verwichenen Woche fand auch der erste Touristenausflug ins All statt. Ohne Astronauten, alles ferngesteuert. Womit klar ist - es geht auch ohne Profis. Was jetzt vielen Branchen zu denken geben sollte.

Die Verpackungsbranche schaut derzeit ein bisserl neidisch nach Paris, wo ja bekanntlich auf Christos Wunsch hin posthum der Triumphbogen perfekt verpackt wurde. Das gelingt bei uns oft nicht einmal bei einem gelieferten Einkauf.

Bleibt zum Schluss nur mehr eine erschreckende Zahl: 7.515. So viele Kinder wurden nämlich von ihren Eltern von der Schule abgemeldet. Ob das im Sinne Maria Theresias war, als sie seinerzeit unter Schulpflicht eigentlich nur eine Unterrichtspflicht verstand? Womit wir wieder bei den Profis werden. Denn spätestens bei den diversen Externistenprüfungen werden wir sehen, dass es ohne Profis wohl doch nicht geht. Damit die Köpfe unserer Kinder nicht noch leerer werden. Wohlgemerkt mit Doppel-E.

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