Willys Wochenrückblick: Von Nikolobeiwagerln,...
 
Willys Wochenrückblick

Von Nikolobeiwagerln, Todesspritzen und Coviennaviren

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Ein wahrer Leckerbissen aus dem achten Wiener Hieb ist mein heutiger Anspieltipp: Sepp Wejwars kongeniale Altherrentruppe Mezzanin mit „friara woas scheena“. Sie dürfen ruhig auch dem Text Ihre Aufmerksamkeit schenken.

Wenn unsere Politiker nur ein bisserl mitdenken würden, dann könnte alles - wie Fanta 4 so schön singen - so einfach sein, ist es aber nicht. Man könnte doch den Nikoläusen dieser Welt für jeden Haushalt nicht nur Corona-Testkits, sondern auch gscheite ffp2-Masken sowie Desinfektionsmittel mitgeben. Müssen halt die Kleinen heuer einmal auf ihre Barbie oder die PS5 verzichten. Nüsse und Mandarinen sind ohnehin gesünder. Ausserdem könnten ja die Nikoläuse ein Joint Venture mit der Post eingehen und viele Dinge für die ohnehin überforderten Postler erledigen. Das genehmigte Abstellen oder Abholen von zu empfangenden oder zu versendenden Packerl draussen in der Hundehütte oder im Müllraum zum Beispiel. Damit erspart man sich erstens den Gang zu einer der immer seltener werdenden Postfilialen und zweitens unnötige Kontakte zu all den maskenlosen Unvernünftigen da draussen. Leider nicht geklärt werden konnte in diesem Zusammenhang die Rolle der Krampusse, die ja sozusagen als Nikolobeiwagerl sowieso mit dabei sind. Mit einer gediegenen Sherpaausbildung könnte man sie doch ruhigen Gewissens als pelzige Gepäckträger einsetzen, zumal sie ja eine gediegene Maske bereits aufhaben.

Die Maske, die Roman Grosjean bei seinem Feuercrash in Bahrein trug, war hingegen weniger gediegen, denn feuerfest, wie generell sein gesamtes Dienstgewand. Nur mir den Handschuhen sollten sie sich was einfallen lassen, die Verbrennungen an den Handrücken wären wahrscheinlich zu vermeiden gewesen, hätte er Socken getragen. Aber die Horde Schutzengel hat ganze Arbeit geleister, dafür gibts ein Extrakerzerl auf dem Adventkranz. Und ein Merci.

Merci werden sich auch die Fuckinger gedacht haben, als man beschloss, den Ort in Fugging umzutaufen. Ein Blick in den Oxford Dictionary hätte sie jedoch davon abgehalten - es gibt keinen Unterschied in der Bedeutung. Wahrscheinlich wäre die einfachste und logischste Lösung Fogging gewesen, weils dort eh mmer nebelig ist. Oder Flopping, Looking, Spucking und Pucking, ach so, das gibts schon. Dann halt Stucking, benannt nach dem berühmten Striezel.

Apropos Striezel, was mich direkt in die Wiener Kaffeehäuser und ihrem völlig zu Unrecht anhaftendem Image bringt. Wien ist also die drittunfreundlichste, jedoch gleichzeitig die lebenswerteste Stadt der Welt. Ein wahrer Schelm, der da nicht den Zusammenhang schnallt. Alles andere wäre spekulativ. Vor allem die Gegenteile. Auflösung zum Schluß.

Den Rest der verwichenen Woche gibts jetzt im Schnelldurchlauf. Trump hat als eine seiner letzten Amtshandlungen neben der üblichen Giftspritze nun auch weitere Hinrichtungsmethoden bundesweit genehmigt - den elektrischen Stuhl, die Vergasung und das Erschiessen. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Die Giftspritze muss unbedingt eine sterile sein. Man könnte sich ja daran das Blut vergiften.

Darth Vader ist gestorben, Diego Maradona auch und Klaus Eberhartinger sowie Lewis Hamilton wurden positiv auf Corona getestet, wobei der eine das Finale von Dancing Stars versäumte und der andere den zweiten Bahrein-Grandprix am kommenden Sonntag versäumen wird. Der Frau Sarkissowa wirds wurscht sein.

Für FPÖ-Politiker gilt weder Maskenpflicht noch Identitären-Distanz, Adventkranzsegnungen durften wir mit Gottes und des Pfarrers Segen selbst durchführen, die Bekanntgabe der Dunkelziffer an Coronainfizierten zwang uns genau so zum Staunen wie das fast panisch anmutende Vorpreschen einiger Bundesländer in Sachen Massentestungen. Brav anstellen für den ultimativen Abstrich. Da wird es wieder jubeln, das Virus und freudig erregt jubeln: „So vü Leut auf an Haufn find i sunst nur bei Punschstandln und in Schuachgschäftln.“ Doch, liebe Leser, das Virus spricht breitestes Wienerisch. Es ist rechtzeitig aus Ischgl geflüchtet, weil es mit dem kkk nicht zurechtkam und hat sich wunderbar angepasst, mutierte innerhalb einiger weniger Monate so zum Covienna-19. Wie gesagt, wir sind zwar die drittunfreundlichste, aber auch die lebenswerteste Stadt. Auch aus Virussicht. Was im übrigen auch Hofer sehr freuen wird. Und ich meine jetzt nicht den Diskonter.

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