Willys Wochenrückblick: Von Rabattresistenten...
 
Willys Wochenrückblick

Von Rabattresistenten, Erfolgsroggenrollern und Schneemannbauern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Folgender Anspieltipp ist auch für unverbesserliche Optimisten ein feines Stück Musik zum Immerwiederhören: REM mit „Its the end of the world as we know it“. 1987 mit erschreckendem Weitblick von Leadsänger Michael Stipe geschrieben und auf dem Album „Document“ veröffentlicht. Aber hören Sie selbst! Sie können ja vorab schon einmal ein Kerzerl anzünden.

Wer das nicht kommen gesehen haben will, ist entweder ein hoffnungsloser Ignorant, ein notorisch Blauäugiger oder ein unserer Regierung angehörender Zyniker. Am Zwickeltag 7. Dezember die Geschäfte nach einem Lockdown wieder zu öffnen und mit den Worten „Aber bitte rennen‘S net alle gleich am Montag einkaufen, schließlich ist ja auch der Rest der Woche offen. Kaufen Sie bitte nicht alles auf einmal!“ auf die Vernunft mitdenkender und somit rabattresistenter Konsumenten zu vertrauen, ist schlichtweg fahrlässig. Zu glauben, die leicht rückgängigen Infektionszahlen, der Aufruf zu Massentestungen und die Aussicht auf Impfungen würden alles wieder Richtung Normalität zurechtrücken, ebenso. Und wie war das eigentlich gemeint mit dem Nicht-Alles-Auf-Einmal-Einkaufen? Heute das Brot, morgen die Butter, übermorgen den Schinken und am Donnerstag können wir dann endlich frühstücken, oder wie? Und glaubt man wirklich, die 50 Prozent-Rabattfalle von XXXLutz & Co schnappt nicht zu, oder was?

Apropos Ansteckungsgefahr. Mich würde interessieren, wieviele Coronapartikelchen beim Anstellen für die Massentests und beim ultimativen Meinungsaustausch über die Sinnhaftigkeit derselben übergesprungen sind.

Nein, über den unsäglichen Gabalier und der wahrscheinlich derzeit schiachsten Stimme Österreichs möchte ich keine Worte verlieren, das hat Kollege Guido Tartarotti im Kurier bereits perfekt erledigt. Ich müßte nämlich damit dem ORF eine satte Schallende auflegen. Weil ich viele wirkliche Künstler kenne, die keine Chance auf nur ein paar Minütchen Sendeplatz bekommen. Aber um den selbsternannten Erfolgsroggenroller buhlt man permanent. Ich wünsch es ihm dennoch nicht wirklich, aber warum ängstigt sich das an sich so übermütige Coronavirus so sehr vor dem Hulapa-Lulu? Das grausliche Krächzen allein kanns ja nicht sein. Und seien wir uns ehrlich - der Mömax-Papagei hat ein wahrlich glockenhelles Stimmchen gegen ihn.

Die Stimme verschlagen hat es auch Karl-Heinz Grasser und seinem Leibarzt Manfred Ainedter als bekannt wurde, Grasser wurde nach längerer Wartezeit nun doch positiv getestet und müsse acht Jahre in Quarantäne. Dazu nur so viel: Ein Jahr Schmalz auszufassen ist auch für Kohleschwere krass genug, aber acht Jährchen sind dann doch noch eine Dimension grasser.

Und weil wir grad beim Schnee sind. Die Kinder und Lehrer, die momentan in ihren Dörfern nur mehr Weiß sehen und als Hauptaktivität Stapfen, Schneebälle schlachten und Dicke-Männer-Bauen angeben, erübrigt sich die Diskussion um offene oder geschlossene Schulen sowieso. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die meisten von ihnen erfahrungsgemäß erst im Frühjahr wiedergefunden werden. Die Schulen, nicht die Schüler wohlgemerkt.

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