Willys Wochenrückblick: Von Vermummten, von B...
 
Willys Wochenrückblick

Von Vermummten, von Blockabfertigungen und von weniger Hausarrest

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Die ab morgen geltende Maskenpflicht beim Einkaufen wird einerseits für Erstaunen und andererseits für Erleichterung sorgen. Erstaunen bei jenen Kunden, die in Geschäfte einkaufen gehen, in denen die Osterhasen der Schweizer Confiserie Richter gelistet sind, denn diese tragen heuer ebenfalls Masken. Und Erleichterung bei den Polizeizeichnern, die bei etwaigen Fahndungsfotos nach Supermarkträubern die Standardmaske nur mehr durch ein paar Haarbüscheln und zwei Augerl ergänzen müssen.

Auf Begräbnissen dürfen hinkünftig nur mehr fünf Trauergäse mit dabei sein. Daher der Rat der Bestatter: Sich verbrennen lassen, die Asche in Urnen aufbewahren und die große Feier dann nachholen, wenn dann irgendwann all die coronalbedingte Einschränkungszeit vorbei sein wird. Doch für Live-Ersatz ist dennoch gesorgt - mittels angebotenem Videostream. Endlich wirklich was Spannendes auf Netflix & Co.

Blockabfertigungen wird es also hinkünftig nicht nur auf Begräbnissen geben, sondern auch beim tagtäglichen Einkauf, und zwar unabhängig von der nunmehrigen Maskenpflicht. Man wird rechtzeitig drauf schauen müssen, dass nicht zu viele Personen in den Geschäften aufhältig sind, vor allem an der Feinkost und an den Kassen gilt es Staus zu vermeiden. Lustig wird in jedem Fall die Kommunikation mit den Masken, dann nämlich, wenn die Vermummung zum Gemurmel wird.

Staus sind im übrigen auch weiterhin im Individualverkehr zu erwarten. Denn aufgrund der nicht zu vermeidenden Nähe in den Öffis möge man bitte doch wieder aufs eigene Auto umsteigen. Aber halt, so einfach wird das auch nicht gehen, denn die Grünen in Wien möchten Straßenspuren sperren um mehr Platz für die Fußgänger freizuschaufeln. Bin schon neugierig auf die ersten Ö3-Verkehrsdurchsagen, wenn die Jogger auf der Tangente die gemütlichen Spaziergänger massiv gefährden. Und auf die ersten Geistergeher-Meldungen.

Eine positive Meldung zum Schluß noch: Nach erfolgreicher Zeitumstellung vom verwichenen Samstag auf Sonntag mussten wir eine volle Stunde weniger in Hausarrest verbringen. Immerhin.

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