Willys Wochenrückblick: Von Verschweigern, Ve...
 
Willys Wochenrückblick

Von Verschweigern, Verprüglern und Verzuckerten

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Mein heutiger Musiktipp führt uns zurück in die Vereinigten Staaten des Jahres 1971. Die glaichnamige britische Band America sang von einem Pferd ohne Namen - „A horse with no name“, ein ziemlich wüster Ritt. Enjoy!

Langsam, aber sicher mutiert die alleinige Maskenpflicht für Supermarktangestellte zur Farce. Daher plädiere ich die FFP2 gegen venezianische Karnevalsmasken zu tauschen. Damit wenigstens optisch wieder so etwas wie positive Stimmung aufkommt.

Positive Stimmung wollte Leonore Gewessler verbreiten, in dem sie stolz die wiederentdeckte PET-Mehrwegflasche von Vöslauer präsentierte und einmal mehr an die Einführung des Einwegpfands für Getränkegebinde 2024 erinnerte, mit deren Hilfe wir dann 2025 die EU-Vorgaben locker erfüllen werden. Was sie und all die anderen Regierungsobersten immer wieder zu erwähnen vermeiden, ist halt die Tatsache dass sich die vorgegebenen EU-Recyclingquoten auf den gesamten Plastikmüll beziehen und der Flaschenanteil gerade einmal 17 Prozent beträgt. Womit wir für 83 Prozent des Plastikmülls nicht wirklich eine patente Lösung haben.

Eine zumindest genau zu hinterfragende, angeblich patente Lösung für die Finanzierung einer Wiederauferstehung der konkursiven Drogeriemarktkette Schlecker sind die versprochenen sechs Prozent Zinsen bei einer Crowdfunding-Aktion des Finanzdienstleisters KitzVenture. Zumal ja nicht einmal geklärt ist, wer denn so etwas wie Schlecker überhaupt braucht.

Zu hinterfragen ist auch ein weiteres Siegel im nun doch schon ziemlich verwirrenden Gütesiegel-Dschungel, nämlich das „Oft länger gut“-Logo. Da könnte man ja auch gleich das „MHD güt net“-Logo einführen. Oder eines das da lautet „Vertraut einfach euren Sinnen!“

Nicht ganz bei Sinnen dürfte auch jener Flugpassagier gewesen sein, der sich mit Mike Tyson anlegte. Dabei hatte er noch Riesenglück gehabt, dass dieser ihn nur verprügelte. Er hätte ihm ja in guter alter Tradition locker auch ein Ohr abbeissen können.

Auch das rote Wien hat seinen Gössermuskel spielen lassen und tauscht mit gleichem Konzept und am selben Ort die Wiener Wiesn gegen die Kaiser Wiesn. Also mir isses wurscht, wer zur weiteren Volksverblödung beiträgt, ich bin sicher nicht dabei. Da bin ich viel lieber im Jazzland oder im Porgy & Bess und feiere mit Erik Trauner 45 Jahre Mojo Blues Band. Shake the boogie not the Umtata!

Was sonst noch geschah? Auf den Bahamas wurden die Leguane zuckerkrank, weil sie von Touristen jahrelang immer wieder mit Schokolade und Zuckerln gefüttert wurden. In den Tiroler Alpen wurde ein verwester Kletterer gefunden, der bereits eins zu eins mit seinem Zelt verwachsen war. Wolfgang Ambros würde singen: „Langsam wachs ma zamm“. Viele Tote hat man jetzt der Einfachheit halber als Coronatote deklariert und für die Statistik nachgemeldet. Bald wird man mit den Vermissten und Verschollenen ebenso verfahren. Und mit den ungeklärten Mordfällen und so. Der Queen wurde zum 96er ein Pupperl gewidmet und den Hunden möchten einige ausschließlich veganes Futter aufoktroyieren.

Apropos Tierquälerei. Den oder die, die den Border Collie Liam in Altlengbach gequält, gefesselt und ertränkt haben, würde ich gerne öffentlich an eine Wand gaffern und dem Volk anvertrauen. Das wär dann echte Gerechtigkeit.

Bleibt abschließend nur mehr der Gedanke, dass die Apfelbaumdiebe von Gänserndorf dieselben waren, die in Brasilien aus Gewissensgründen kein Palmöl mehr anbauen wollen. Wenn also Ihr Nutella plötzlich nach Apferl schmeckt, bitte wundern Sie sich nicht!

Und leider ganz zum Schluss: Willi Resetarits hat sonntags alles Irdische hinter sich gelassen und ist schmetterlingsgleich zu neuen musikalischen und menschlichen Sphären aufgestiegen. Seinen 57er Chevy und die lauten Gitarren hat er uns dankbarerweise dagelassen. Ich verneige mich! Und gaunz wichtig: Lossts eich nix gfoin!

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