Willys Wochenrückblick: Von Verstandsverluste...
 
Willys Wochenrückblick

Von Verstandsverlusten, Straßennamen und Lebenslustigen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Weil mich die britische Corona-Mutation B117 andauernd an eine Bundesstraße erinnert, hören wir uns heute einmal den wunderschönen Silbermond-Titel „B96“ an. Also 21 weniger.

Welch krude Varianten momentan alles rund um Fehleinschätzungen und Verstandsverlust das Coronavirus bei uns Menschen auf Lager hat, zeigt sich aktuell unter anderem auch bei der so genannten Impfstrategie. Einmal abgesehen davon, dass die vereinbarten respektive kolportierten Lieferungen nur zum Teil erfolgten und erfolgen werden, sieht der Plan vor, dass übriggebliebene Impfdosen besser weggeschmissen gehören, als dass diese etwa ein Lokalpolitiker bekommt. Damit man ihm dann nicht vorwerfen kann, er hätte sich vorgedrängelt. Lieber wertvolle Medikamente vernichten als Gutes damit tun. Was für eine schräge Denkweise, nur um das Politiker-Bashing aus grundehrlichem Impfneid zu umgehen.

Nicht umgehen können wir alle die Bestimmung ab sofort überall nur mehr das filtering face piece Nummer 2, also die FFP2-Maske, zu tragen. Wobei wie so oft witzig zu beobachten war, wie blitzschnell sämtliche Handelsketten und Diskonter auf angesagte niedrigere Preise der Konkurrenz reagieren. Eine Supermarktkette fängt mit 1 Euro an, alle anderen ziehen mit. Dann fährt ein Diskonter auf 59 Cent runter, alle anderen ziehen mit. Und jetzt verschenken Sie‘s alle. Zumindest fast alle. Ich warte noch ein bißchen. Weil von der Logik her müssten wir Konsumenten bald 1 Euro bekommen, wenn wir einkaufen gehen. Quasi als Frequenzbringer anstatt dem Bier, dem Mineral oder dem Schnitzelfleisch.

Ob der Vorschlag einer Schuldirektorin, man möge doch bitte das aktuelle Schuljahr vergessen und von vorne wieder beginnen, ein Frequqnzbringer wird, wage ich zu bezweifeln. Es kann aber auch gut sein, dass viele Unternehmer diese Idee aufgreifen, das von ihren Mitarbeitern im Home Office Geleistete negieren und mit einem süffisanten „Güt ned“ Gehälter einfach einbehalten.

Endlich ist in der vergangenen Woche auch die südafrikanische Mutation in Tirol gelandet, ich habe mir echt schon Sorgen gemacht, mich gefragt wo B1.315 denn bliebe. B117, also die britische Variante, ist ja auch schon längst im Lande. Nur, warum diese nach der Buchauer Straße zwischen Altenmarkt und Admont benannt wurde, hat mir auch noch keiner erklären können.

Genau so wenig warum noch immer einige Idioten frei herumrennen, die unter dem Motto „Was interessiert mich denn schon euer Virus?“ zuhauf partysieren oder demonstrieren. Die Liftfahrer erwähne ich heute bewusst nicht. Sehr wohl erwähnen möchte ich jedoch meine Methode, dieses Ignorantenpack zur Räson zu bringen - An öffentlichen Gemäuern festgaffern und das maskentragende Volk darf jeden einzelnen mit einer Pfauenfeder kitzeln oder pieksen, je nach Lust und Laune.

Viel Lebenslust und gute Laune begleiteten zeitlebens den Ausnahmekünstler Arik Brauer, der sonntags mit stolzen 92 Jahren von seinem irdischen Dasein abberufen wurde. Wo immer er ab jetzt seine Umgebung mit seiner phantastisch-realistischen Malerei behübscht oder seinen eindrucksvollen Liedern begeistert, uns hier wird er fehlen. Weil Herzlichkeit und Lebensfreude momentan ohnehin viel zu kurz kommen. Die Frage wegen Masken und Distanz oder generell wage ich jetzt nicht zu beantworten.

 

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