Willys Wochenrückblick: Von Waschelnassen, Im...
 
Willys Wochenrückblick

Von Waschelnassen, Impfdohlen und Fußballveganern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Anlassbezogen kommt mein heutiger Musiktipp ganz schön heiß daher - The Crazy World Of Arthur Brown mit „Fire“ aus dem Jahre 1968.

Jetzt gilt es wieder eine Entscheidung zu treffen. Einfach weiterlesen oder sich meinen Wochenrückblick als Podcast anhören. Oder zuerst lesen und dann anhören. Sie können aber auch zuerst das Akustische erledigen und danach das Optische. Wobei, ganz Gefinkelte hören sich den Podcast an und lesen parallel mit. Nur so als Tipp.

 

Eines gleich vorweg. Wieder einmal gehörte mein Heimatort Reichenau an der Rax in der vergangenen Woche mit fast sommerlichen Temperaturen zu den wärmsten Orten des Landes. Was aktuell kein Wunder ist, brennt doch seit einer Woche fast der gesamte Nordhang rund um den Mittagsstein, auch Feuchter genannt. Dank vierzehn Hubschraubern von Bundesheer, Polizei, Heli Austria, aus der Slovakei und aus Bayern sowie zweier Löschflugzeuge aus Italien hat man abertausende von Litern an Wasser auf die über einem Quadratkilometer große Brandfläche ins steile Gelände abgelassen, sodass der Berg selbst bereits verzweifelt nach Luft ringend um Namensänderung von Feuchter auf Waschelnasser angesucht hat.

Um Feuchtgebiete gehts auch in jenem Wiener Bordell, das beim Besuch desselben Gratiscoronaimpfungen anbietet. Wobei, ein wirklich attraktives Angebot für Impfverweigerer wäre, wenn auch die Impfdohlen im roten Lichte für die Einstchmöglichkeit nichts verlangen würden. Quasi als Hormonausgleich mit healthy Touch.

Ebenfalls englisch kommt das heurige Jugendwort des Jahres daher - cringe, was in etwa für peinlich oder fremdschämen steht. Und es ist nicht nur der phonetische Beinahe-Gleichklang mit dem legendären, griesgrämigen, grünen Weihnachtsmonster Gringe, der mich verleitet auch das Wort cringe samt den cringe-Votern fürchterlich cringe zu finden.

Peinlich finde ich auch das Halloween-Video von Frau Klum und den ersten veganen Fußballschuh von Adidas. Klums Video, weil sie einmal mehr eindrucksvoll beweist, dass splatterhafte Geschmacklosigkeit zumindest bei ihr keine Grenzen kennt, und Testimonial Paul Pogbas Bock, weil es Plastikschucherl schon mindestens so lange gibt, wie die seinerzeitigen Lederwuchteln längst schon nicht mehr von der Kuh stammen.

Positiv erwähnen möchte ich die samstägliche ORF 2-Doku „Nur a klaner Bua im Winter“, bei der mit viel Feingefühl und Zuneigung über den einzigartigen Menschen und Poeten Georg Danzer berichtet wurde. Mit vielen neuen Aspekten, die selbst ich als deklarierter und jahrzehntelanger Danzer-Fan nicht kannte. Womit ich wia a klana Bua im Herbst mit großer Freude am gestrigen Tage zwar offiziell in die Pension, jedoch nicht in den Ruhestand geglitten bin.

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