Willys Wochenrückblick: Von Weghauwerfern, Im...
 
Willys Wochenrückblick

Von Weghauwerfern, Impfzustellern und Wolkentrommlern

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Heute mag ich Ihnen einen Klassiker von Solomon Linda aus dem Jahre 1938 ans Herz legen - The lion sleeps tonight. Allerdings in der atemberaubenden A-Cappella-Version von Anne Reburn.

Ab jetzt können Sie wieder wählen: Einfach weiterlesen oder sich meinen Wochenrückblick als Podcast über die Ohren reinziehen. In jedem Fall: Viel Vergnügen!

 

Es ist vor allem die angeblich so auf unser Klima achtende Jugend, die quasi die Mülltrennung verweigert, ja sogar wie sonst keine andere Altersgruppe ihren Müll dort entsorgt, wo er entsteht, also ohne nachzudenken achtlos fallenlässt. Weghauwerf als Lebenseinstellung. Warum das so ist, ist leicht erklärbar. Denn immer mehr Eltern verweigern ihren Kids nicht nur das Abenteuer Schule, sondern auch damit die Chance auf Soziale Intelligenz, Miteinandergefühle und Kollektives Bewusstsein. Da wächst eine nicht nur für Psychiater hochinteressante Generation heran.

Aber genau dieses soeben erwähnte Kollektive Bewusstsein ist es, das vielen Erwachsenen ebenfalls fehlt, zumindest was das Impfen gegen Corona betrifft. Opportunismus ist ja in vielen Fällen gesellschaftspolitisch wahrlich nicht der falscheste Weg, aber in unserem vorliegenden Fall völlig fehl am Platz. Vergesst einfach die Doktrin der Politiker, schaltet Vernunft ein und hört auf Wissenschaft und Medizin: Impfverweigerung gehört nicht zu den Möglichkeiten die Pandemie loszuwerden. Eher ins Kisterl mit der Aufschrift Fahrlässigkeit.

Hiezu zwei Gedankenexperimente: Wenn Kickl sich einen Ruck geben und zum Impfen aufrufen würde, wäre ein großer Schritt getan. Und: Wie ich schon des öfteren in dieser Kolumne erwähnte, liegt für die Österreicher der Turning Point hin zum Impfing in der richtigen Wahl der Anreize, sprich: der Bestechungsgegenstände. Womit der Österreicher immer eine Freude hat, ist ein gutes Papperl gepaart mit einem leicht illuminierenden Gluckiglucki. Damit die angeborene Bequemlichkeit gewahrt bleibt, sollten Lieferando, mjam & Co unbedingt impfreudige Sanitäter und Ärzte einstellen. Das Schlunzi wird wie immer vie Internetz bestellt, per Sanifahrrad geliefert und mit dem Empfang der Covid-19-Impfung bezahlt. So einfach wär das.

Ganz einfach wäre auch das aktuelle MAN-Problem mit den verzögerten Chipslieferungen zu lösen - einfach ein Joint Venture mit Kellys anleiern und geht schon. Und noch dazu: Alles bliebe in österreichischer Hand.

Nicht in österreichischer Hand, sondern in schwedischer, befindet sich dieses ominöse, in der verwichenen Woche als Sensationsereignis multimedial kolportierte Comeback von ABBA, der angeblichen Kultband der 80er Jahre. Zugegeben, ich befand mich eher der Queen-, Guns N‘Roses-, Def Leppard- und Iron Maiden-Fraktion zugehörig, aber ABBA hatten durchaus einige nette Liedlein im Gepäck. Und „I still have faith in you“ wird sicher auch die Fans begeistern. Allerdings den ziemlich merkwürdigen Auftritt als ihre eigenen Avatare im Hologrammstyle hätten sie sich sparen können. Wenn schon Bühne mit jenseits der 70, dann gefälligst live und wahrhaftig, siehe Rolling Stones, auch wenn Charlie Watts jetzt nur mehr sanft auf Wolken trommelt.

Und zum Schluss: Israel überrollt Österreich bei der WM-Quali mit 5:2. Warum wir bei einem so wichtigen Match mit einer Schülermannschaft und einem esoterisch angehauchten Deutschlehrer als Trainer angetreten sind, muss mir jetzt einmal wer erklären.

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