Willys Wochenrückblick: Von Wirtschaftsfreund...
 
Willys Wochenrückblick

Von Wirtschaftsfreunderln, Wachsglatzen und Blinddarmlosen

Markus Wache
Willy Zwerger
Willy Zwerger

Beatles gehen immer. Hier ein eher unbekannterer Song aus dem legendären „Help!“-Album, geschrieben im Jahre 1965 vom genialen Duo Lennon/McCartney, live performed von den Wings 1976 bei ihrer großen Amerika-Tournee - „I’ve just seen a face“. Enjoy!

Naja, jetzt haben wirs also doch schriftlich auch. Diese elende Postenschacherei der Regierungsparteien ÖVP-FPÖ und ÖVP-Grüne. Jetzt nicht, dass die Vorgängerkoalitionen keine Postenschacher betrieben hätten, aber die waren nicht so dreist - oder dumm, je nachdem - das ganze schriftlich mit exaktem Timing festzuhalten. Mal schauen, was wir nach den Chatprotokollen und diesem Hoppala noch alles entdecken. Vor allem, wie weit Volksverarschung noch gehen kann. Aber vielleicht ist das alles auch nur dem allgemeinen Trend zur individuellen Verblödung geschuldet - die Politiker merken sich einfach nichts mehr. Das würde nämlich auch so manches andere erklären.

Apropos merken. Niemand hat bis dato bemerkt, dass Queen Elizabeth II Halbglatze trägt. Nein, jetzt nicht in echt, sondern als Wachsfigur. Erst als man ihr den Hut abnahm, kam man dahinter. Die pragmatische Erklärung der Wachsmuseumsdirektorin im Hamburger „Panoptikum“: Echtes Menschenhaar sei viel zu teuer um unter einem Hut nicht gesehen zu werden.

Ob Hut oder nicht, in Villa Les Estrellas, einem chilenischen Wissenschaftlerdorf nahe der Antarktis, müssen sich alle Bewohner eines bestimmten Organs entledigen, weil sie unter Umständen damit nicht überleben würden. Nein, es handelt sich dabei nicht um die Nase, die eventuell einfrieren und abfallen könnte, sondern um den Blinddarm, der im Falle eines Durchbruchs vor Ort aufgrund fehlender Chirurgen nicht behandelt werden könnte und ein Spitalstransport über tausende Kilometer mit ziemlicher Sicherheit tödlich enden würde.

Nicht unbedingt tödlich, aber ziemlich einschneidend stellen sich nach rund zwei Jahren die Auswirkungen der Pandemie respektive der regierungsverordneten Maßnahmen dar. Noch nie gab es mehr zerrüttete Familien, zerbrochene Freundschaften und zerstörte Partnerschaften und Ehen wie derzeit. Und das alles nur, weil - aus welchen Gründen auch immer - jeder eine Meinung zu wissenschaftlich fundierten Themen haben muß, von denen er keine Ahnung hat, ja naturgemäß keine Ahnung haben kann. Warum diskutieren wir nicht übers Tischlerhandwerk oder übers Werkstauchen in einer Molkerei? Da haben auch nur jeweils eine Handvoll Leute wissensmäßig die Nase vorn, aber man braucht sich dabei nicht gleich die Schädel einschlagen und borniert auf völlig unbegründete Argumente setzen.

Abschließend noch ein Wort zu den samstäglich geänderten Lockdown-Maßnahmen: Wären Nehammer und Mückstein Biathleten, würden sie während des Laufens auf alles, was sich bewegt, schießen und am Schießstand hilflos um sich blicken, was denn die anderen gerade so tun. Von Timing keinen Tau. Aber im Unruhestiften eine glatte Eins. Und die Sponsoren dürfen jubeln. Noch.

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