wirecard cee: wirecard-Pleite ist kein Paymen...
 
wirecard cee

wirecard-Pleite ist kein Payment-Aus

Christian Dusek/Billa

Der insolventen Zahlungsdienstleister hat über 300.000 Kunden betreut - deren Geld soll jedoch sicher sein.

Erst gab es Unstimmigkeiten bei der Bilanz, dann ging der Vorstandsvorsitzende und schließlich wurde beim Amtsgericht München die Insolvenz beantragt: der Zahlungsdienstleister wirecard macht gerade schwierige Zeiten durch. Rund 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf Treuhänderkonten verbucht waren, existierten laut dem Unternehmen zudem nicht. "Mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorangegangener Geschäftsjahre können nicht ausgeschlossen werden", hieß es seitens wirecard.

Der nun ehemalige Vorstandsvorsitzende Markus Braun wurde im Zuge der Ermittlungen wegen dem Verdacht auf Falschaussage festgenommen, der vom Aufsichtsrat entlassene Manager Jan Marsalek - er hat das Tagesgeschäft geleitet - wird nun in Asien gesucht. Berichten zufolge hat sich Marsalek auf den Philippinen aufgehalten und sei dann nach China weitergereist.

Heimische Unternehmen betroffen

Zu den Kunden, die ihre Bezahlsysteme über wirecard umgesetzt haben, zählen auch große österreichische Namen wie Rewe International, XXXLutz, die Post und A1. Grundsätzlich muss deren digitale Infrastruktur wegen der Insolvenz nicht sofort umgestellt werden: Mit Wirecard Bank ist ein eigenständiges Unternehmen für das Payment-Geschäft zuständig. Einzig das Bezahlen mit Kreditkarten könnte zum Problem werden, wenn die Lizenzen von Finanzunternehmen wie Visa oder Mastercard nicht verlängert werden können. In einer offiziellen Aussendung von wirecard heißt es: "Der Zahlungsverkehr der Wirecard Bank ist nicht betroffen. Auszahlungen an Händler der Wirecard Bank werden weiterhin ohne Einschränkungen ausgeführt. Mit den Aufsehern der weiteren lizenzierten Einheiten stehen die entsprechenden Einheiten bzw. die Wirecard AG in engem Kontakt. Darüber hinaus sind wir im stetigen Austausch mit den Kreditkartenorganisationen."

Paul Pöttschacher, Pressesprecher von Rewe International, gibt einen Überblick zu den Folgen für den Handelskonzern: "
Die Firma wirecard leitet als Provider die Zahlungen für unsere Online Shops bei Billa und Bipa durch und fungiert bei den unterschiedlichen Bezahlmöglichkeiten unserer Online Shops als Schnittstelle zwischen Kunde und Zahlungsanbieter. Die Zusammenarbeit mit wirecard besteht seit 2009 und wir sind mit der technischen Abwicklung zufrieden. Für uns ist es wichtig, dass unsere Kundinnen und Kunden zu jeder Zeit störungsfrei in unseren Online Shops einkaufen können, daher sind wir grundsätzlich auf alle Eventualitäten gut vorbereitet."
stats