Österreichischer Bauernbund: Wissen wollen, w...
 
Österreichischer Bauernbund

Wissen wollen, woher was stammt

Bauernbund-Präsident und NR-Abgeordneter DI Georg Strasser plädiert dafür, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung so schnell wie möglich umsetzen und sich dabei das französische Modell zum Vorbild zu nehmen.

Es gibt Umfragen sonder Zahl, die belegen, dass die Konsumenten wissen wollen, woher ihr Essen kommt. Durch die Änderung des Bundesvergabegesetzes – weg vom Billigbieter- hin zum Bestbieterprinzip – profitierten nicht nur die Bauern, sondern auch die Verbraucher, schreibt Strasser in einer Aussendung: „Diese können sich jetzt sicher sein, dass nur die besten Produkte aus der Region in der Gemeinschaftsverpflegung auf den Tisch kommen.“

Doch die Verankerung des Bestbieter-Prinzips ist noch nicht genug. Wie auch im Regierungsprogramm angekündigt, soll es in Österreich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleischprodukte, Milch, Waren mit Ei-Anteil, verarbeitete Produkte und Milchprodukte nach dem Vorbild Frankreichs geben. Die Herkunftsauslobung in Frankreich und die Erfahrungen zu dieser Causa waren Thema bei dem Treffen zwischen Bauernbund-Präsident Georg Strasser, dem französischen Botschaftsrat für Landwirtschaft, Arnaud Brizay, und dem Referenten für Beschäftigung, Soziales und Agrarfragen, Pascal Chaumont, am 8. Mai im Bauernbund-Büro.

So sieht das französische Modell aus: Seit Jahresbeginn gilt eine verpflichtende Herkunftsauslobung für alle Molkereiprodukte in Verarbeitungserzeugnissen mit mehr als 50 % Milchanteil. Hat ein Produkt einen Milchanteil von mehr als 50 %, müssen das Land der Melkung sowie das Land der Verarbeitung beziehungsweise Abpackung angegeben werden. Bei verarbeiteten Produkten mit Fleischanteil sind die Regeln noch strenger. Grund dafür sind vor allem die Fleischskandale der Vergangenheit. Bereits ab einem Fleischanteil von 8 % müssen Hersteller das Land der Geburt, das Land der Aufzucht sowie das Land der Schlachtung angeben. Stammt der Fleischanteil zu 100 % aus Frankreich, reicht die Kennzeichnung „Produkt aus Frankreich“. Das Gesetz gilt nur für Unternehmer, die in diesem Land verarbeiten, Importe sind ausgenommen. Abschließend betont Strasser: „Auch in Österreich soll dieses Modell in einer praxistauglichen Art und Weise umgesetzt werden.“
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