WK Wien: Mehr Lehrlinge für Wien
 
Florian Wieser
v.l.n.r.: Lehrlinge Benjamin und Lea, WK Wien-Handelsobfrau Margarete Gumprecht, Haberkorn Lehrlingskoordinatorin Waltraud Hendler, Lehrling Yannis
v.l.n.r.: Lehrlinge Benjamin und Lea, WK Wien-Handelsobfrau Margarete Gumprecht, Haberkorn Lehrlingskoordinatorin Waltraud Hendler, Lehrling Yannis

Die Wiener Betriebe geben Gas in Sachen Nachwuchs. Heuer gibt es mit knapp 4.000 Lehrlingen im ersten Lehrjahr um zirka 10 Prozent mehr Lehranfänger in den Unternehmen, als zum selben Zeitpunkt 2021. Wien ist damit wieder auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.

In Zeiten des Fachkräftemangels gibt es eine erfreuliche Nachricht für die Wiener Handelsbetriebe: Wie die Wirtschaftskammer Wien heute, 8. September, berichtet, ist die Zahl der betrieblichen Lehrlinge im 1. Lehrjahr im Jahresabstand um knapp 10 Prozent gestiegen. Margarete Gumprecht, Obfrau des Wiener Handels, zeigt sich mit dieser Entwicklung zufrieden: "Dass die Wiener Betriebe trotz der schwierigen letzten Jahre und ungeachtet der vielen wirtschaftlichen Unsicherheiten an der Nachwuchsausbildung festhalten, stimmt zuversichtlich. Gute Mitarbeiter mit einer fundierten fachlichen Ausbildung sind und bleiben das wertvollste Potenzial für jedes Unternehmen - etwa im Handel, wo Kompetenz und Auftreten der Mitarbeiter den Eindruck bei den Kunden entscheidend prägen."

Die meisten Lehranfänger gibt es im Gewerbe und Handwerk (1.277), gefolgt vom Handel (832). Und: In allen Lehrjahren und Branchen bilden Wiens Betriebe derzeit 12.306 Nachwuchskräfte aus, das sind um 1,7 Prozent mehr, als vor einem Jahr und ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019. Neben Jüngeren soll die Lehre nun auch für Erwachsene und ältere Personen zugänglich gemacht werden. So fordert die WK Wien Lehrlingsstipendien für Erwachsene, die eine Lehre beginnen. Damit könnten ältere Lehrlinge finanziell auf eigenen Beinen stehen, denn das reguläre Lehrlingsgehalt sei dafür nicht konzipiert.


Konkret solle das Lehrlingsgehalt auf das Mindestkollektivvertragsentgelt der jeweiligen Branche aufgestockt werden, finanziert aus den Mitteln des Fachkräftestipendiums. Darin sieht Gumprecht eine weitere Maßnahme gegen den steigenden Fachkräftemangel. "Die Lehre muss attraktiver werden für Jugendliche, aber auch für die Betriebe. Sie muss als attraktiver Berufseinstieg wahrgenommen werden, der tolle Karrierechancen eröffnet." Auch sei es ihr wichtig, dass die Lehre "nicht als letzte Option bei der Wahl der Ausbildung" gelten solle.

Apropos Betriebe: auch für diese seien Anreize wichtig. Die WK Wien macht sich einerseits für eine Refundierung der Kommunalsteuer auf Lehrverhältnisse stark. Andererseits muss auch die Bürokratie im Zusammenhang mit Lehrverhältnissen reduziert werden. Die WK Wien nennt darin etwa durch eine Vereinfachung der Auflösungsbestimmungen, die gerade kleine und mittlere Unternehmen als formalistisch und kompliziert empfinden. Weiters sollen Lehrverhältnisse für statistische Meldepflichten­­, die ab einer bestimmten Beschäftigtenzahl schlagend werden, nicht berücksichtigt werden.
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