WKO: Corona Zwischenbilanz: 6 von 10 Betriebe...
 
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Corona Zwischenbilanz: 6 von 10 Betrieben geschlossen

Schluesseldienst - Pixabay
61 Prozent der österreichischen Einzelhandelsgeschäfte müssen ihre Türen weiterhin geschlossen halten.
61 Prozent der österreichischen Einzelhandelsgeschäfte müssen ihre Türen weiterhin geschlossen halten.

Insgesamt sind seit 16. März in ganz Österreich 23.000 Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von fast zehn Millionen Quadratmetern geschlossen.

Die Zahlen sind erschreckend: Wie die Wirtschaftskammer in einer Aussendung bekannt gibt, sind 61 Prozent der österreichischen Einzelhandelsgeschäfte von den Verordnungen der Bundesregierung betroffen. Ein Großteil leidet folglich unter starken Umsatzrückgängen, die bis zum kompletten Umsatzausfall gehen. Trotzdem laufen zahlreiche Kosten wie Mieten, Kreditraten, Zinsen, bestehende Lieferverbindlichkeiten, Energiekosten oder Personalkosten weiter. Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der WKO fordert daher einmal mehr: "Rasche Hilfe, um die Liquidität zu sichern und den Betrieben das Überleben zu ermöglichen."

Auswirkungen auf geschlossene Geschäfte

Eine erste Zwischenbilanz liefert die KMU Forschung Austria. In vielen umsatzstarken Branchen wie dem Einzelhandel mit Bekleidung, dem Einzelhandel mit Möbeln sowie dem Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf ist davon auszugehen, dass in den beiden März-Wochen von 16. bis 28. März hohe Umsätze verloren gegangen sind: Pro Branche ist mit einem Wert zwischen 150 und 200 Millionen Euro zu rechnen. 

Besonders hart trifft es den Einzelhandel mit Sportartikeln sowie mit Spielwaren. Aufgrund des fehlenden Ostergeschäfts und der fehlenden Touristen werden diese Einkäufe wahrscheinlich nicht nachgeholt werden. Insgesamt schätzt die KMU Forschung Austria den Umsatzentgang der von den Geschäftsschließungen betroffenen Branchen in den beiden vergangenen Wochen auf insgesamt mehr als eine Milliarde Euro.

Online-Handel vermindert Verluste nur minimal

Als große Chance in der Krise wird der Online-Verkauf gesehen. Laut KMU Forschung Austria würde jedoch selbst die Verdopplung der Einnahmen durch die Webseite die Umsatzverluste nur um rund 50 Millionen Euro vermindern. Die Liquidität von 57 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen reicht höchstens nur für ein Monat, sofern keine zusätzlichen Hilfen oder Zusprüche in Anspruch genommen werden können.
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