WKO: Konsumenten sehnen sich nach Normalität
 
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Konsumenten sehnen sich nach Normalität

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Wie eine Gallup-Studie im Auftrag der WKO zeigt, steigt die Sehnsucht nach Einkaufsbummeln und Spontankäufen.

"Die Corona-Pandemie hat das Einkaufsverhalten stark verändert. Niedrige Einkaufsfrequenz, kürzere Verweildauer in den Geschäften und kaum noch Spontankäufe auf der einen Seite, Wertschätzung von Regionalität, Nachhaltigkeit und Gesundheit auf der anderen – so vielfältig und zum Teil widersprüchlich sind die Trends im Handel",  so Rainer Trefelik, Obmann der Bundesparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich.

Wie die Auswirkungen dieser Trends aussehen, hat die WKO durch eine Gallup-Studie (n = 1.000) erörtert. Das Resultat: es wird bewusster eingekauft. 73 Prozent der Befragten gaben etwa an, mehr darüber nachzudenken, ob sie Produkte wirklich brauchen. Bei lokalen Händlern kaufen 70 Prozent gezielter ein und 68 Prozent greifen vermehrt zu regionalen und heimischen Produkten. Für ebenso viele Befragte steht die Verantwortung und Moral des Handels nun mehr im Vordergrund. Ebenso relevant ist, dass 67 Prozent weniger Zeit im Handel verbringen, knapp weniger verstärkt auf die Sicherheit achten und seltener einkaufen gehen.

Barrierefreiheit gesucht

"Die Bevölkerung überlässt ihre Einkaufsentscheidung viel seltener dem Zufall. Die Einkäufe werden im Vorfeld geplant. Es werden also viel öfter nur jene Waren gekauft, die der Konsument als wirklich notwendig empfindet. Dadurch hat sich auch die Verweildauer in den Geschäften stark reduziert", so Andrea Fronaschütz, COO und Studienautorin vom österreichischen Gallup-Institut. Dazu sagt Trefelik: "Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und damit ein Revival des Spontankaufs auszulösen, dürfen keine Barrieren aufgebaut werden. Es gelingt umso leichter, alle Freiheiten zurückzugewinnen, je höher der Prozentsatz der geimpften Bevölkerung ist. Händler selbst haben es natürlich - gewissermaßen im eigenen Haus – in der Hand, ihre Attraktivität zu erhöhen, indem sie vermehrt auf Service setzen. Die Erwartungen in diesem Punkt sind angestiegen."

Die WKO zieht durch die Ergebnisse den Schluss, dass der Handel und die Gastronomie einander brauchen, daher beide offen bleiben müssen. Eine Fachkräfte- und Lehrlingsoffensive sei genauso notwendig wie die Stärkung der Digitalisierung von KMU. Einmal mehr betont der Sprecher des österreichischen Handels: "Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, muss Fair Play im Abgaben- und Steuerrecht verwirklicht werden und verweist auf den Plan der OECD, eine Mindestbesteuerung von Gewinnen im internationalen Gleichklang einzuführen."

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie finden Sie hier zum Nachlesen.

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