WKO/ARA: Einheitliche Entsorgung
 
WKO/ARA

Einheitliche Entsorgung

pasja1000 - pixabay.com

Die WKO drängt auf eine bundesweite Anpassung der Recycling-Systeme und erhält dabei Rückenwind von der ARA.

 Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, hat einen 10-Punkte-Plan vorgestellt, durch den die Abfallbeseitigung und das Recycling einfacher werden sollen. Ziel ist es außerdem, dass ein Pfandsystem für Kunststoff-Einweggebinde nicht zum Einsatz kommen muss. Die von Kopf vorgeschlagenen Maßnahmen lauten:
  1. Vereinheitlichung der Sammelstruktur über ganz Österreich
  2. Ausbau vom Bring- zum Holsystem
  3. Öffentliche Gebäude besser erfassen 
  4. Freizeitkonsum besser erfassen
  5. Gewerbeabfall besser erfassen
  6. Wertstoffe aus Siedlungs-/Gewerbemüll sortieren, wenn erforderlich und sinnvoll
  7. Besser Verwerten - Verwertungspfade öffnen
  8. Problem Littering an der Wurzel packen
  9. Ökologisches Verpackungsdesign weiter optimieren
  10. Smarte Sammelbehälter
Kopf dazu: "Unser ganzheitliches Modell bezieht sowohl Betriebe als auch Haushalte und den Außer-Haus-Konsum mit ein und setzt an den drei Hebeln an, auf die es ankommt: Nämlich verbesserte Erfassung von Wertstoffen, verbesserte Sortierung und Bewusstseinsbildung gegen Littering. Mit diesem umfassenden Zugang zur Ressourcenschonung erzielen wir größere Wirkung als mit einem Pfandsystem. Und wir ersparen uns zugleich alle Kosten, die ein Einwegpfand mit sich bringen würde."

Klare Rückendeckung erhält der Generalsekretär vom Bundesinnungsminister Willibald Mandl: "Wir haben in Österreich erfreuliche Beispiele, die zeigen, dass das ganzheitliche Sammelsystem funktioniert. Im Burgenland, in Tirol oder in Vorarlberg werden die verbindlichen EU-Sammelquoten für Kunststoff-Getränkeflaschen jetzt schon – und zwar ohne Pfand – erfüllt. Daran sollten wir uns österreichweit ein Vorbild nehmen." Laut Mandl würde ein Pfandsystem rund 60 Millionen Euro Mehrkosten verursachen und die Abwicklung der Rücknahme auf die Händler abwälzen.

Wie WKO-Handelsobmann Rainer Trefelik betont, "können durch dieses System alle Menschen im Land überall dort, wo sie sich gerade aufhalten, Verpackungen wie etwa Plastikflaschen oder Dosen unkompliziert sowie umweltbewusst entsorgen und so unsere Umwelt sauber halten. All das macht ein kompliziertes und teures Einweg-Pfandsystem in Österreich überflüssig. Das zeigen schon jetzt die Vorzeige-Bundesländer Tirol, Vorarlberg und Burgenland, die bereits heute die getrennten Sammelziele für Plastikflaschen für 2029 erreichen, und das ganz ohne Einwegpfand."
Die von Trefelik angesprochenen Bundesländer überschreiten übrigens bereits die 90-Prozent-Sammelquote.

ARA ist mit an Bord

Einen "großen Schritt in die richtige Richtung" nennt Werner Knausz, Vorstand der ARA, die von Kopf vorgeschlagenen Punkte und fügt hinzu: "Die österreichische Bundesregierung hat jetzt die Jahrhundertchance, mit einem umfassenden, ganzheitlichen Konzept zur Umsetzung Vorbild für ganz Europa in Sachen Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung zu werden. Die Unternehmen benötigen dafür Planungs- und Investitionssicherheit. Diese kann nur ein nachhaltiger, gesamtheitlicher Ansatz gewährleisten, der alle Ziele des EU-Kreislaufwirtschaftspakets und der EU-Kunststoffrichtlinie berücksichtigt."
stats