WKÖ/Handelsverband : Energiekosten bringen Hä...
 
WKÖ/Handelsverband

Energiekosten bringen Händler in Bedrängnis

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Verbände fordern schon längst eine Abfederung der steigenden Energiekosten - auch für den Handel. Ansonsten drohen verstärkt Insolvenzen.
Verbände fordern schon längst eine Abfederung der steigenden Energiekosten - auch für den Handel. Ansonsten drohen verstärkt Insolvenzen.

Seit Monaten schreit die Branche nach einer Lösung, so der Handelsverband in seiner neuesten Aussendung. "Existenzbedrohende Ausmaße" nimmt das Energiekosten-Szenario bereits an, so Rainer Trefelik, Obmann Bundessparte Handel der WKÖ.

Während auf Konsumenten-Seite bereits einiges gegen die Teuerungswelle getan wird, hinkt die Politik bei den Maßnahmen für die Wirtschaft hinterher. So könnte man die derzeitige Situation zusammenfassen. Unmittelbaren Handlungsbedarf verortet Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands etwa "angesichts der Energiekrise", so eine Presseaussendung von heute, 31. August. Wenn das nämlich nicht geschehe, würden "bis zu 6.000 Handelsbetriebe ihre Geschäftstätigkeit mit Jahresende einstellen müssen." Diesen "wirtschaftlichen Flächenbrand", wie er es nennt, gelte es zu verhindern. Dazu brauche es eine dringende "Reformagenda", "mit einem ganzen Set an kurzfristigen wie langfristig wirksamen Maßnahmen – allen voran die Einführung eines unkomplizierten, unbürokratischen Energiepreisdeckels für alle Händler", appelliert er an die Politik.

Zuspruch findet dieser Appell bei Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, denn: Die Energiekostensituation nehme bereits "existenzbedrohende Ausmaße an", sagt er. Die Gewinnmargen im Handel seien sowieso gering und lägen von Branche zu Branche unterschiedlich zwischen einem und drei Prozent. Deshalb könne die Branche derzeitige Energiekostensteigerungen auch so schlecht abfedern: "Gibt es auf der Kostenseite solche Ausreißer wie derzeit, dann macht das nicht nur jegliche Kalkulation unmöglich, sondern manche Händler rutschen massiv in die Verlustzone", so Trefelik. Auch ein gänzliches Weitergeben der derzeitigen Kostensteigerungen an die Kundschaft, sieht er als nicht möglich.

Den Ernst der Lage illustriert Trefelik anhand von konkreten Beispielen, die er nennt: Bei einem Elektrohändler stiegen die Energiekosten von 500.000 Euro im Vorjahr auf 1,8 Millionen Euro heuer. Außerdem wären bei einer Modekette, die im Vorjahr Stromkosten von 150.000 Euro hatte, heuer rund 800.000 Euro für Strom fällig, rechnet er vor. Zulasten des Eigenkapitals und der Liquidität gingen solche Kostensteigerungen, ist er sich sicher. Das halte "kein Betrieb lange aus", so Trefelik. Noch dazu sei es in vielen Handelsbranchen nach zweieinhalb Jahren Corona und der derzeit erneut eingetrübten Konsumlaune ohnehin nicht gut um die Liquidität bestellt.

Aus diesem Grund sieht Trefelik Unterstützungsmaßnahmen für den Handel "höchst an der Zeit", etwa in Form des Energiekostenzuschusses, den die Regierung der Wirtschaft bereits vor längerer Zeit in Aussicht gestellt hat.
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