WKÖ/Handelsverband: Gegen Handels-Bashing
 
WKÖ/Handelsverband

Gegen Handels-Bashing

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Wirtschaftskammer und Handelsverband wehren sich gegen Vorwürfe, wonach die Lebensmittelhandelsspanne Schuld am schwindenden Bauerneinkommen sei.

Der Handel sieht sich immer wieder unterschiedlichster Kritik ausgesetzt, zuletzt rund um die Löhne der Bauern. Der Handelsverband weist die Vorwürfe des Preisdumpings bei Lebensmitteln aber entschieden zurück, sie sind "schlicht falsch" heißt es dort. Geschäftsführer Rainer Will erklärt: "Der Lebensmittelhandel ist kaum für die Erzeugerpreise verantwortlich und unsere Handelsspannen sind nicht Ursache für sinkende Bauerneinkommen. Die durchschnittliche Gewinnmarge im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel beläuft sich auf lediglich 1,5%. Bei den Großunternehmen der Lebensmittelindustrie sind die Margen im Schnitt 10- bis 20-mal so hoch. Überdies ist die Lebensmittelindustrie der größte Abnehmer landwirtschaftlicher Erzeugnisse." Die direkten Beziehungen mit den Landwirten lägen bei ca. 5 Prozent, die meisten Produkte kommen bereits verarbeitet in die Regale. Die Vertragspartner des Handels sind also größtenteils Genossenschaften oder Erzeugergemeinschaften und nicht die Bauern selbst. Auch die WKO meldet sich zu Wort. "Der Lebensmittelhandel ist ein verlässlicher Partner", bestätigt Peter Buchmüller, WKÖ-Obmann der Bundessparte Handel, dieser stehe für "Fair Play".

Dies ließe sich auch an den UTP-Richtlinien festmachen. Laut Handelsverband ist der dort festgelegte Grundsatz einer von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Zusammenarbeit entlang der gesamtem Lebensmittel-Wertschöpfungskette, die bis 2021 von dem EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden müssen, längst gelebte Realität. "Der österreichische Lebensmittelhandel lebt das faire Miteinander mit allen Partnern entlang der Wertschöpfungskette. Die Geschäftspraktiken, welche die UTP-Richtlinie der EU regulieren soll, werden hierzulande zur Gänze eingehalten. Damit nicht genug: Als erste Branche haben wir uns verpflichtet, auch den Fairnesskatalog der Bundeswettbewerbsbehörde vollinhaltlich einzuhalten. Darüber hinaus haben wir bereits 2018 gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium eine eigene Ombudsstelle vorgeschlagen, um einzelne Herausforderungen auf direktem Wege lösen zu können", so Will.
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