Sozialmarkt Wien: Zehn Jahre Sozialmarkt Wien
 
Sozialmarkt Wien

Zehn Jahre Sozialmarkt Wien

leisure.at / Christian Jobst
Alexander Schiel in der Filiale des Ottakringer Sozialmarkts © leisure.at / Christian Jobst
Alexander Schiel in der Filiale des Ottakringer Sozialmarkts © leisure.at / Christian Jobst

Seit 2008 wurden 9.000 Tonnen Güter des täglichen Bedarfs an sozial Bedürftige verschenkt oder günstig verkauft und 650.000 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Am 26. Mai 2008 eröffnete Alexander Schiel seinen ersten Sozialmarkt in Wien, um sozial bedürftigen Menschen den Zugang zu Gütern des täglichen Bedarfs zu ermöglichen. Das hat sich herumgesprochen, und so wurde schnell klar, dass es einen größeren Bedarf gibt; und so kamen zwei weitere Märkte dazu. Alexander Schiel führt mittlerweile drei Märkte in den Bezirken Favoriten, Donaustadt und Ottakring.

„Ich habe von Anbeginn an gehofft, dass wir eines Tages zusperren können, weil die Armut abnimmt. Der Traum ist verflogen und es werden noch einige Jubiläen kommen müssen, um den Menschen zu helfen“, weist Sozialmarkt-Wien-Gründer Alexander Schiel auf die paradoxe Situation der Sozialmärkte hin. 60 Prozent der Mindestsicherungsbezieher lebten in Wien, „und viele Pensionisten können sich ihr Leben kaum mehr leisten. Alleine in Wien gibt es rund 200.000 Mindestsicherungsbezieher, wovon der Sozialmarkt Wien 45.000 Menschen trotz laufend steigender Lebenskosten einen leistbaren Zugang zu Gütern des täglichen Bedarfs ermöglicht“, beschreibt Schiel.

650.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden


Wer im Sozialmarkt einkaufen will, muss seine Bedürftigkeit mittels Einkommensnachweis oder anderer geeigneter Dokumente nachweisen, um Missbrauch zu vermeiden. In den letzten zehn Jahren haben die Menschen Waren mit einem Gesamtvolumen von 9.000 Tonnen gratis oder stark ermäßigt bezogen. Um den Betrieb des Sozialmarkt Wien zu ermöglichen, wurden insgesamt 650.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Davon entfallen etwa 150.000 auf Sozialstunden durch Straftäter im Zuge ihrer Resozialisierung. Was wahrscheinlich nicht viele wissen: Der Sozialmarkt Wien kommt ohne Förderungen der öffentlichen Hand aus.

Verlässliche Industriepartner


Entstanden ist die Idee zum Sozialmarkt Wien nach internationalen Vorbildern, wo Märkte leicht beschädigte oder kurz vor dem Ablaufdatum stehende Ware sehr günstig an bedürftige Menschen abgeben. Im Sozialmarkt Wien wird die Ware um rund ein Drittel der Diskonterpreise angeboten und teilweise auch verschenkt. Abgelaufene Ware kommt bei Schiel allerdings nicht in den Verkauf. Durch das rasante Wachstum kann der Sozialmarkt Wien seinen Bedarf schon seit geraumer Zeit nicht mehr durch Warenspenden decken, sondern kauft mittlerweile einen Großteil der Artikel zu stark ermäßigten Preisen ein. Besonders stolz ist Schiel darauf, dass sich unter seinen Partnern auch Hersteller von Hygiene- und Parfümerieprodukten finden.

Der Betrieb dieser sozialen Einrichtung ist auch heute nur dank der engen Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie Coca-Cola, Jomo, Kotányi, Manner, L’Oréal, Mautner Markhof, Maresi, Nivea, Nestlé, H&M, Procter & Gamble, Der Mann, Unilever, Teekanne, Wiesbauer, Axe, Alvorada, Kelly’s, Inzersdorfer, dm Drogeriemarkt, Napoli, NÖM, Spak, Beiersdorf, Wolf Nudeln, GW Cosmetics oder Felix möglich.

Der Sozialmarkt in Wien/Ottakring © leisure.at / Christian Jobst
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Der Sozialmarkt in Wien/Ottakring © leisure.at / Christian Jobst
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