Zielpunkt: Zielpunkt-Konkursverfahren wird wa...
 
Zielpunkt

Zielpunkt-Konkursverfahren wird wahrscheinlich noch rund zwei Jahre dauern

Stefan Pirker
© Stefan Pirker
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Nachdem das Handelsgericht Wien am 17. Feburar 2016 die völlige Unternehemnsschließung von Zielpunkt verfügte, fand heute Donnerstag, den 25. Februar 2016, die Berichts- und Prüfungstagsatzung im Konkursverfahren statt.

Demnach wurden laut den Gläubigerschutzverbänden Creditreform und KSV1870 von 3.056 Gläubigern (darunter ca. 2.700 Dienstnehmer) Forderungen in der Höhe von 98 Mio. Euro angemeldet, wobei jedoch mit weiteren Anmeldungen (Dienstnehmerbeendigungsansprüche etc.) gerechnet wird.

Der Insolvenzverwalter hat vorerst 25,3 Mio. Euro an Forderungen anerkannt, 72,8 Mio. gelten derzeit noch als bestritten. KSV1870 weist darauf hin, dass in den angemeldeten Forderungen auch bedingte Schadenersatzforderungen von Vermietern mit länger laufenden Mietverträgen, die bis dato keinen Nachmieter finden konnten, enthalten sind. In welchem Ausmaß diese tatsächlich schlagend werden, ist heute noch nicht abschließend beurteilbar.

Aus bisherigen Verwertungsmaßnahmen (Warenabverkauf, Verwertung von Mietrechten) wurden rund 20 Mio. Euro erlöst. Auf dem Massekonto befinden sich somit 15 Mio. Euro. Insgesamt wurden bisher rund 100 Filialen veräußert und ca. 1.200 Mitarbeiter übernommen.

Beim Gläubigerschutzverband Creditreform geht man davon aus, dass die Dauer des Konkursverfahrens rund zwei Jahre betragen wird. KSV1870 will sich in dieser Frage auf keinen Zeitraum festlegen. Sollten nämlich noch größere Prozesse geführt werden, so lässt sich die Verfahrensdauer nicht abschätzen. Beide Gläubigerschutzverbände rechnen jedoch mit einer Quote für unbesicherte Konkursgläubiger in einer Bandbreite von 10 bis 20 Prozent.
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