Spar: Zucker: Es geht auch anders
 
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Zucker: Es geht auch anders

Der Lebensmittelhändler Spar, Ärzte und Lebensmittelproduzenten haben eine Allianz gegen zu viel Zucker in den Lebensmitteln gegründet: „zucker raus“.

Die Gründer der zucker-raus-initiative, der Allianz gegen zu viel Zucker v.l.n.r.: Wolfgang Schwald
© Spar/Johannes Brunnbauer
Die Gründer der zucker-raus-initiative, der Allianz gegen zu viel Zucker v.l.n.r.: Wolfgang Schwald
In den Räumlichkeiten der Österreichischen Ärztekammer wurde auf Initiative von Spar die Initiative „zucker raus“, eine Allianz gegen zu viel Zucker, vorgestellt. Zweck der Initiative ist es, einerseits auf den erhöhten Zuckerkonsum der Österreicher aufmerksam zu machen, aber auch aus Produkten Zucker zu entfernen und damit den Körper an weniger Süße zu gewöhnen. Diese Ziele will man mit einem Aktionsplan erreichen, seine Zielgruppe ist keine Gruppe: Alle Bereiche der Gesellschaft sollen zum Handeln aufgefordert werden. Der Aktionsplan ist unter www.zucker-raus-initiative.at abrufbar.

Die zucker-raus-Allianzpartner sind: Spar, die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Adipositas-Gesellschaft, das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN, die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie, die Österreichische Anti-Aging-Gesellschaft sowie Rauch Fruchtsäfte und Berglandmilch. Wie cash.at bereits berichtete, hat Spar Anfang 2017 begonnen, Zucker schrittweise aus den Produkten der Spar-Eigenmarken zu entfernen. Spar-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel sagt: „Wir setzen bewusst darauf, weniger Zucker in unseren Eigenmarken zu verarbeiten, um unseren Kundinnen und Kunden gesündere Lebensmittel bieten zu können. Wichtig ist uns, dass die Zuckerwahrnehmung der Konsumenten geschärft wird. Das heißt, wir reduzieren Zucker, anstatt ihn gegen Zuckerersatzstoffe auszutauschen. Dadurch soll der Kunde auch wieder an den Geschmack von weniger Süßem gewöhnt werden. Wir setzen hier ganz bewusst auf die Evolution des Geschmacksempfindens.“ Das Ziel von Spar ist, 1.000 Tonnen Zucker bis Ende 2020 aus den Eigenmarken zu entfernen.

„Als Vertreter der Ärzteschaft bin ich über jede Initiative glücklich, die Menschen dazu bewegt, sich gesünder und ausgewogener zu ernähren und die somit auch eine wichtige Rolle bei der Prävention von vermeidbaren Krankheiten einnimmt“, kommentiert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, diese Initiative. Die Allianzpartner sprachen zudem eine Einladung an Handel und Industrie aus, sich diesem Thema verantwortungsvoll zu widmen und sich an der Initiative zu beteiligen.

Keine künstlichen Süßstoffe

Das ersatzweise Zusetzen von künstlichen Süßstoffen kann allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss sein, darin sind sich Spar und Lebensmittelhersteller wie etwa Rauch und Berglandmilch einig. Ein paar Stimmen dazu: „Laufend werden unsere Rezepturen hinsichtlich der eingesetzten Zuckermenge überprüft und unter Einhaltung der hohen Rauch-Qualitätsansprüche an ein niedrigeres Niveau angepasst“, sagt Dr. Wolfgang Schwald, Geschäftsführer von Rauch. Und DI Josef Braunshofer, Generaldirektor von Berglandmilch, ergänzt: „Milch ist ein gesundes Lebensmittel. Wir bei Berglandmilch sehen es deshalb als unsere Verpflichtung, beim Thema Zuckerreduktion bei Milchprodukten Vorreiter zu sein. Ohne den Geschmack zu beeinträchtigen oder Süßstoffe und Aromen zuzusetzen, konnten wir den Gehalt von zugesetztem Zucker bei unseren Produkten bereits signifikant reduzieren.“ – Es geht also auch anders.

Aufklärung über Zucker

Der Fachverband der Lebensmittelindustrie ist ebenfalls am Thema dran und setzt in einer Aussendung auf Aufklärung. Denn bei der Herstellung von Lebensmitteln werde seit je auch Zucker als Zutat eingesetzt. Neben seiner Hauptaufgabe des Süßens hat er weitere Funktionen – Konservieren von Obst und Gemüse, Backwaren zu bräunen, Kuchen luftiger zu machen usw. Das Reduzieren oder Weglassen von Zucker in einer Rezeptur kann daher nicht nur den Geschmack, sondern auch die Konsistenz und Haltbarkeit eines Lebensmittels beeinflussen, sagt der FV der Lebensmittelindustrie. „Wird die Rezeptur eines Lebensmittels geändert, bedeutet das oft, dass ein anderes Produkt entsteht. Das ist vielfach gar nicht bewusst“, erklärt Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes. Eine Bewerbung eines Produkts als „zuckerreduziert“ dürfe nur erfolgen, wenn mindestens 30 Prozent weniger Zucker gegenüber Vergleichsprodukten enthalten sind. Die Reduktion des Zuckergehalts oder der Einsatz eines Zuckerersatzes sollte daher sicherstellen, dass das neue Produkt den Erwartungen der Verbraucher gerecht wird und die Lebensmittelsicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird, gibt der Fachverband zu bedenken.

Zucker raus
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