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Initiative "Ausbildung statt Abschiebung"

Zugang zur Lehrausbildung für Asylwerbende

Nataša Nikolić
Schauspieler Serge Falck und Kollegin Susi Stach, Franz Fischler/Europäisches Forum Alpbach, Landesrat Rudi Anschober, Judith Kohlenberger/ WU Wien, Stephan Walder/ Porr Österreich und Spar-Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann © Nataša Nikolić
Schauspieler Serge Falck und Kollegin Susi Stach, Franz Fischler/Europäisches Forum Alpbach, Landesrat Rudi Anschober, Judith Kohlenberger/ WU Wien, Stephan Walder/ Porr Österreich und Spar-Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann © Nataša Nikolić

Landesrat Rudi Anschober fordert die Regierung gemeinsam mit Unterstützern aus Handel und Industrie auf, Asylwerbenden wieder einen Zugang zur Lehrausbildung zu ermöglichen.

Nachdem die Initiative für Asylwerber "Ausbildung statt Abschiebung" von der Schwarz-blauen Bundesregierung im September eingestellt wurde, zog Rudi Anschober, oberösterreichischer Landesrat für Umwelt, Wasserrecht, Integration und KonsumentInnenschutz, heute im Rahmen einer Pressekonferenz Bilanz. Anschober äußert seinen Unmut über die bereits ein Jahr andauernde Gesprächsverweigerung der Regierung, die mit ihrem Kurs gegen sämtliche EU-Richtlinien verstößt. Anschober schätzt, dass von den rund 1.000 asylwerbenden Lehrlingen zwei Drittel einen negativen Bescheid erhalten. "Damit muss endlich Schluss sein", fordert Anschober. "Wir werden so lange weiter wachsen und immer breiter werden, bis zumindest eine Gesprächsbereitschaft startet. Das ist doch das Mindeste in einer Demokratie." 

Spar und Rewe International unterstützen die Initiative
Als Unterstützer der Initiative waren heute vor Ort: Spar-Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann, Schauspieler Serge Falck und Kollegin Susi Stach sowie Franz Fischler/Europäisches Forum Alpbach, Judith Kohlenberger/ WU Wien und Stephan Walder/ Porr Österreich. Die Spar zählt bereits 10 junge Asylwerber zu ihren Lehrlingen und hofft, dass es in Zukunft noch mehr werden. Derzeit dürfe man wegen der Entscheidung der Bundesregierung jedoch keine neuen Lehrlinge aufnehmen. "Als größter privater Lehrlingsausbildner Österreichs unterstützen wir diese Initiative von ganzen Herzen", sagt Berkmann. Der Spar fehlen jährlich rund 300 Lehrlinge - 2.300 Lehrstellen hat der Lebensmittelhändler zu besetzen. Vor allem in der Feinkost und in den Lägern mangle es an jungen Menschen, die diese Ausbildungen antreten. Für Berkmann ist dieser Umstand vor allem de­mo­gra­fischen Gründen geschuldet. Auch Rewe International unterstützt die Initiative, asylwerbenden und arbeitswilligen jungen Menschen einen Zugang zur Lehre zu ermöglichen.

Viele Unterstützer
Die Integrationsinitiative konnte seit ihrem Start immer mehr Unterstützer gewinnen. Mittlerweile sind laut Anschober 1.097 Unternehmen mit an Bord und über 64.200 Menschen unterzeichneten bereits eine Petition, die Asylwerbenden den Zugang zur Lehre ermöglichen möchte. Unter den Unterstützern sind 112 österreichische Gemeinden mit 2,7 Millionen Einwohnern sowie zahlreiche Prominente von Hermann Maier, Toni Innauer und Willi Resetarits bis Robert Palfrader und Reinhold Mitterlehner. 

Akuter Handlungsbedarf
"Wir werden solange unseren Druck verstärken und immer breiter werden, bis es zumindest Gespräche gibt. Lösungen sind bei politischem Willen vergleichsweise einfach zu finden. Der Lehrlingsmangel und die Fachkräftekrise werden immer dramatischer - etwa in Oberösterreich sind bereits über 4.000 Lehrstellen in Mangelberufen offen - und die Asylverfahren dauern noch immer viel zu lange – inklusive zweiter Instanz vielfach zweieinhalb oder drei Jahre. In dieser Zeit braucht es sinnvolle Integrationsmaßnahmen wie die Lehrausbildung anstatt Zerschlagung von Integrationsmaßnahmen“, fordern die Teilnehmer der heutigen Pressekonferenz geschlossen.
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