C&C Berger/Wedl: Zwei Profis unter einem Dach
 
C&C Berger/Wedl

Zwei Profis unter einem Dach

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® peter.svec@pixXL.at
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Weil der alte Standort zu klein geworden ist, übersiedelt C&C Berger in den 14. Wiener Gemeindebezirk. Mit an Bord ist das Milser Handelshaus Wedl, das damit die optimale Einstiegsmöglichkeit in den Wiener Handel gefunden hat.

Da haben sich also zwei gesucht und gefunden. Die strahlenden Gesichter anlässlich der Spatenstichfeier am neuen Standort im Westen von Wien in der Linzerstraße 235, nicht weit von Schönbrunn und nur etwa 800 Meter Fluglinie von der alten Niederlassung in der Flachgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus entfernt, sprechen eine deutliche Sprache: Bisher verband die beiden Unternehmen C&C Berger und Handelshaus Wedl eine langjährige Freundschaft und nun knüpften sie auch gesellschaftsrechtliche Bande. Diese strategische Partnerschaft bietet Vorteile für beide Seiten.

Gemeinsam stark



KR Leopold Wedl, seines Zeichens ZEV Markant-Präsident, hegte schon länger das Interesse, sich auch in Ostösterreich niederzulassen. Mit KR Hans Berger hat er nun einen adäquaten Partner gefunden. Mit der Beteiligung an C&C Berger in der Höhe von 51 Prozent kann Wedl mit einem Schlag im Westen von Wien Fuß fassen und von der umfangreichen Erfahrung, den Wiener Raum betreffend, seines Partners Berger profitieren. Berger erfährt durch diesen Zusammenschluss eine Stärkung des eigenen Unternehmens und kann sich mit dem Fachwissens eines kompetenten Kollegen einen Vorteil verschaffen: „Wir wollen die vorhandenen Synergien nutzen und uns gemeinsam den Herausforderungen des Wiener Markts stellen“, betont ZEV Markant-Gesellschafter Berger. Für Wedl, der mit seinen zwölf C&C-Märkten große Erfahrung hat, war insbesondere der Westen von Wien interessant, weil es in dieser Gegend noch keine C&C-Standorte gibt und die beiden Profis diesen weißen Fleck nun gemeinsam erobern wollen: „Jetzt haben sich das östlichste und das westlichste ZEV-Unternehmen zusammengeschlossen, um ein neues Areal zu erschließen“, freut sich Kommerzialrat Wedl.

Modern und frisch



Auf einer Fläche von vorerst 5.000 Quadratmetern – eine Option zur Erweiterung um 3.000 Quadratmeter ist gegeben – wird der moderne C&C Markt mit starker Zustellschiene künftig sein neues Zuhause finden. Hier wollen die beiden C&C-Profis ein umfangreiches Sortiment von etwa 20.000 Artikeln präsentieren. Die Zusammenarbeit mit heimischen Produzenten und Lieferanten soll im neuen C&C Markt einen besonders hohen Stellenwert erfahren. Weiters werden sich die beiden Partner ohne Kompromisse auf die Frische in den Bereichen Mopro, Fleisch sowie Obst und Gemüse konzentrieren. Ein besonderes Zuckerl will man den Kunden mit Frischfisch bieten, weil sich Wedl bereits seit Jahren mit einem eigenen 24-Stunden-Service aus der Bretagne und der Normandie etabliert hat. Weiters wird der Tiefkühlbereich und das Angebot an Non-Food-Gastroartikeln und Beverages ausgebaut.

120 Kundenparkplätze sollen darüber hinaus das Einkaufen noch bequemer machen und den Weg der Ware bis zum Auto verkürzen. Die Eröffnung des neuen C&C Marktes ist noch für Herbst 2009 geplant und bringt 45 neue Arbeitsplätze. Das Umsatzziel liegt bei 25 Millionen Euro.

Neue Führungsriege



KR Hans Berger übergibt dieses vielversprechende Projekt an seine beiden Söhne Florian und Marko. Gemeinsam mit Rainer Powolny, jahrelanger Leiter der C&C Betriebe des Handelshauses Wedl, bilden sie die Führungsspitze. Auf die Hilfe ihres Vaters müssen die Brüder aber keineswegs verzichten, denn KR Berger hat angekündigt, dem Team weiterhin in allen Belangen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Spezialisten am Werk
Das Familienunternehmen C&C Berger erwirtschaftete 2008 mit einem Plus von 20 Prozent einen Umsatz von 17 Millionen Euro und unterstreicht mit diesem Ergebnis den hart erarbeiteten Titel „Größter der Kleinen“.
Das Handelshaus Wedl betreibt zwölf C&C-Standorte in Österreich, Deutschland und Italien. Mit den Geschäften im Sektor Hotel und Gastronomie sichert sich die Firma einen Marktanteil von 30 Prozent. Großer Stolz von KR Leopold Wedl sind die Kaffeeröstereien in Mils und im italienischen Belluno und die erfolgreiche Franchise-Reihe der Testa Rossa Caffèbar. Im vergangenen Jahr erzielte Wedl einen Umsatz von 412,6 (+10 %) Millionen Euro.



130 Jahre Berger
Leicht waren die vergangenen 130 Jahre nicht immer zu bewältigen und trotzdem kann das Großhandelshaus Berger auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurückblicken. Besonders erfreulich: Ein Ende scheint noch lange nicht in Sicht, denn mittlerweile wächst die fünfte Kaufmannsgeneration heran.
Firmengründer Kaufmann Johann Berger übernahm 1879 im Alter von 25 Jahren ein Haus mit Laden im niederösterreichischen Auersthal und übersiedelte später mit seiner Familie nach Wien, um auf dem Laaerberg ein Geschäft zu eröffnen. Zehn Jahre danach erfolgte ein Umzug des Betriebs in den zehnten Bezirk in die Puchsbaumgasse.
Der Ursprung des Großhandelshauses lag jedoch in einem bereits damals bestehenden Verkaufsstand von Johann Berger am Wiener Naschmarkt. Der noch heute gebrauchte Firmenwortlaut Joh. Berger’s Witwe & Söhne entstand nach dem Tod von Johann Berger im Jahre 1905, als seine Witwe Emma Berger, Großmutter von KR Hans Berger, das Unternehmen übernahm und die gemeinsamen Kinder Rudolf, Julius, Arthur und Irma sich in der Firma miteinbrachten. Da die Großhandelstätigkeit forciert wurde, übersiedelte das Unternehmen ein weiteres Mal und schlug seine Zelte im ersten Bezirk auf dem Morzinplatz auf. Der Standort am Naschmarkt wurde weiterhin behalten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, der Enteignung des Unternehmens und dem Tod von Emma und Rudolf kehrte der in die Vereinigten Staaten emigrierte Arthur Berger 1953 nach Wien zurück und half beim Wiederaufbau des 1949 wieder zurückgewonnenen Unternehmens. Gemeinsam mit seinem Sohn Hans Johann Berger, der 1951 als Lehrling in den Familienbetrieb eintrat, eröffnete er 1961 den ersten Cash & Carry Markt Österreichs, C&C Berger, in der Flachgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus.
1970 starb Arthur Berger und sein Sohn Hans, also KR Hans Berger, damals bereits geschäftsführender Gesellschafter, führte das Unternehmen weiter und kämpfte sich geschickt durch die Veränderungen des Wiener Lebensmittelhandels. Dessen Struktur wandelte sich grundlegend durch den Trend zu den Filialisten. Das zwang Berger dazu, seine Eigenfilialen im Jahr 1978 aufzugeben, um sich fortan wieder verstärkt dem C&C-Kerngeschäft zu widmen.
Als große Chance sah Berger im Jahr 1972 die Eröffnung des Großgrünmarkts in Wien Inzersdorf, weshalb er seinen Großhandelsstand am Naschmarkt aufgab und diesen an den neuen Standort nach Inzersdorf übersiedelte. Letzte Bereinigung im Zuge der veränderten Handelsstruktur erfolgte vier Jahre später mit der Schließung des Zustelldienstes vom Morzinplatz.
Seit dem Jahr 1985 ist der älteste Sohn von KR Hans Berger, Marko Berger, im Unternehmen tätig und agiert seit 1999 als geschäftsführender Gesellschafter. Mit an Bord ist sein Bruder Florian, der 2007 als Quereinsteiger ins Unternehmen kam. Gemeinsam wollen die beiden Brüder das Handelshaus C&C Berger genauso erfolgreich weiterführen, wie es bereits ihren Vorfahren gelungen ist.



® C&C Berger/Wedl
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GF Rainer Powolny, Leopold Wedl, Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner, Hans Berger und seine Söhne Marko und Florian freuen sich auf den neuen Standort des gemeinsamen Projekts. ® peter.svec@pixXL.at
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GF Rainer Powolny, Leopold Wedl, Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner, Hans Berger und seine Söhne Marko und Florian freuen sich auf den neuen Standort des gemeinsamen Projekts. ® peter.svec@pixXL.at
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