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Zweite frei[handels]zone zum Thema Konsumentenvertrauen in der Krise

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Heikle Themen wurden beim Handelsverband am 18. Juni diskutiert. ©Handelsverband
Heikle Themen wurden beim Handelsverband am 18. Juni diskutiert. ©Handelsverband

Wovon Konsumentenvertrauen abhängt und wie der Handel das Konsumentenvertrauen langfristig sichern kann, diskutierten Experten aus Handel und Verbraucherschutz im Rahmen der zweiten frei[handels]zone am 18. Juni im Handelsverband.

Den Schwerpunkt der Diskussion bildete das Kundenvertrauen speziell in der Textil- und der Lebensmittelbranche. Einig waren sich die Diskutanten darin, dass einzelne Skandale das Vertrauen der Konsumenten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wie strikten Kontrollen und Qualitätsauflagen stark beschädigen können.

Der Handel genießt wenig Vertrauen

Peter Bernert, Geschäftsführer der Zur Brieftaube Handelsgesellschaft m.b.H. und ehemaliger Präsident von EuroCommerce, und Ingrid Kiefer, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, waren sich darin einig, dass der Handel im Vergleich zu anderen Branchen nur wenig Vertrauen genießt: „Obwohl die Lebensmittel so sicher sind wie noch nie, haben 61 Prozent der Österreicher Bedenken zur Lebensmittelsicherheit“, erläuterte Kiefer gleich zu Beginn der Diskussion und stellte fest, dass die Aufmerksamkeit der Konsumenten gerade beim Thema Lebensmittelskandale sehr groß ist.

Bernert fügte hinzu, dass das Vertrauen der Konsumenten für den Handel unverzichtbar ist. Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), bestätigte, dass der Handel auf Transparenz angewiesen ist: „Das Konsumentenvertrauen kann wesentlich vom Handel gesteuert werden – dazu braucht man transparente, ehrliche und rasche Kommunikation. Der Konsument hat das Bedürfnis ein gutes Gewissen zu haben. Durch Transparenz kann der Handel hier Abhilfe schaffen“.

Verstörend sei laut Michael Blass, Geschäftsführer Agrarmarkt Austria Marketing GmbH, die Undifferenziertheit, mit der die ganze Lebensmittelbranche oft als gewissenlos, sogar kriminell hingestellt wird. Eine besondere Rolle spielt die oft marktschreierische Tiefpreis-, Rabatt- und Aktionswerbung. „Lebensmittel waren im Verhältnis zu anderen Konsumgütern und zu Dienstleistungen nie günstiger als heute. Durch komparative Preisreduktionen während eines halben Jahrhunderts haben die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft zum Wohlstand beigetragen. Frei gewordene finanzielle Spielräume stehen heute für Bildung, Freizeit, Wohnen, Kleidung, Kommunikation oder Mobilität zur Verfügung."
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